Zentralschweiz
Luzern

«Ich wollte dem Herrn sogar helfen» – Rentnerin in Alterswohnung bestohlen

Neuenkirch

«Ich wollte dem Herrn sogar helfen» – Rentnerin in Alterswohnung bestohlen

23.03.2023, 14:55 Uhr
· Online seit 23.03.2023, 11:20 Uhr
Eine 77-jährige Rentnerin dachte, dass sich jemand in ihrer Wohnung verirrt hatte. In der Tat wurde sie aber Opfer eines Einbruchs, welchen sie erst Stunden später bemerkt hatte. Passiert ist dies in den Alterswohnungen im Lippenrüti in Neuenkirch.
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Die Rentnerin, welche anonym bleiben möchte, sass an ihrem Esstisch in einer Alterswohnung im Lippenrüti Neuenkirch. Auf einmal hörte sie etwas in ihrer Wohnung. «Ich bin aufgestanden und habe gesehen, dass die Wohnungstür leicht offenstand», so die 77-Jährige. Sie ging zur Tür hinaus in den Gang und sah einen Rucksack vor der Tür. «Ich war verwundert, ging aber zurück in die Wohnung. Auf einmal kam dann dieser unbekannte Mann aus meinem Zimmer.»

Die Rentnerin war perplex und wollte vom Mann wissen, was er in ihrer Wohnung machen würde. Der Mann antwortete ihr, dass er nicht gut sehen und hören würde und dass er eine andere Frau gesucht habe. «Ich hegte keinen Verdacht und wollte dem Herrn sogar helfen. Ich sprach sehr deutlich und langsam und erklärte ihm, wo er denn die besagte Frau finden würde», so die Rentnerin.

Einschleichdiebstahl wurde erst später bemerkt 

Der Mann ging und die Rentnerin widmete sich wieder ihrem Mittagsessen im Wohnzimmer. Am Nachmittag kam eine Nachbarin vorbei. Dabei erzählte ihre Nachbarin, dass sie sich Popcorn gemacht, dieses zur Hälfte aufgegessen und in der Küche gelassen hatte. Als sie ein paar Stunden später zurück in die Küche ging, war das Popcorn auf einmal leer. Beim Erzählen der Geschichte hätte die Nachbarin gelacht und sich selbst hinterfragt: «Ich weiss doch, ob ich mein Popcorn aufgegessen habe oder nicht?»

Die 77-jährige Rentnerin wurde dabei stutzig. Sie ging schnellstmöglich in ihr Zimmer, wo der fremde Mann gewesen war. «Dann bemerkte ich mit einem Schrecken, dass zweihundert Franken, zwei Ringe, ein Gold-Vreneli in Goldfassung und ein Anhänger verschwunden waren.»

Anzeige erstattet

Die gestohlenen Dinge haben gemäss Aussagen der 77-Jährigen einen Wert von rund 1600 Franken. Für die Rentnerin sei dies nicht besonders viel. Doch wie sie erzählt, sei der emotionale Wert schlimmer: «Einer der Ringe kaufte ich beispielsweise mit meinem verstorbenen Mann.» Sie erinnere sich gut daran, wie sie den Kauf zusammen getätigt hatten.

Den Schmuck sieht das Opfer wohl nie mehr. Aber zumindest hat es 2500 Franken von der Versicherung zurückgegeben, so die Seniorin. Zudem erstattete sie Anzeige bei der Polizei. Die Luzerner Polizei bestätigte auf Anfrage, dass eine Anzeige bei ihnen eingetroffen sei. 

Erster Vorfall im Lippenrütipark

Gemäss der Seniorin sei es das erste Mal, dass es im Alterszentrum Lippenrütipark zu einem Einbruch gekommen ist. Das bestätigten auch die Verantwortlichen der Alterswohnungen auf Anfrage von PilatusToday und Tele 1. «Wir bedauern den Diebstahl sehr und setzen alles daran, um weitere Vorkommnisse zu verhindern», heisst es weiter. So wurde nach dem Einbruch ein Flugblatt veröffentlicht, dass sensibilisieren soll.

Trotz des Ärgers: Im Nachhinein war die Rentnerin froh, dass sie den Einbrecher gesehen hatte. So sei sie sich wenigstens sicher, dass es ein Einbrecher war. «Sonst hätte ich mich selbst hinterfragt, wo ich denn meine Ringe verlegt habe. Oder noch schlimmer: War es jemand von meinen Nachbarn oder gar Verwandten?»

veröffentlicht: 23. März 2023 11:20
aktualisiert: 23. März 2023 14:55
Quelle: PilatusToday

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