Kriminalität

In der Luzerner Kriminalstatistik findet sich allerlei Kurioses

9. April 2021, 09:34 Uhr
Nicht alle Delikte werden gleich oft begangen und aufgeklärt.
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In Weggis steigt die Kriminalität stark an und Brandstifter kommen im Kanton Luzern überdurchschnittlich oft davon. Die Luzerner Polizei hat ihre Kriminalstatistik für das Jahr 2020 veröffentlicht. Ein nicht ganz ernster Blick zwischen die Zeilen und Zahlen.

Wird Weggis zu Gotham City?

Vergleicht man die Anzahl Straftaten im Vergleich zu den Einwohnerzahlen, tun sich gewaltige Unterschiede auf. Zum Beispiel in Weggis. Die idyllische Seegemeinde verzeichnete 2020 einen Anstieg der Straftaten von 55 Prozent. Wurden hier 2019 161 Straftaten begangen, waren es letztes Jahr 250. Einen noch krasseren Anstieg hatte nur Buchrain mit 90 Prozent. 554 Straftaten wurden hier begangen, 2019 waren es noch 291.

In Rain geht der Trend in eine andere Richtung. Während Menschen 2019 noch 151 Mal straffällig wurden, schrumpfte diese Zahl im letzten Jahr auf 25. Ein Rückgang von 83 Prozent im Vergleich zur Bevölkerung.

Brandstifter werden selten geschnappt, Autodiebe fast nie

Bei 18 Bränden, die 2020 im Kanton Luzern gelegt wurden, kam es in nur zwei Fällen zur Aufklärung. Dies entspricht einer Aufklärungsquote von elf Prozent. Betrachtet man alle Vergehen aus dem Strafgesetzbuch, so werden in Luzern immerhin 44 Prozent aller Fälle gelöst. Bei Gewaltstraftaten ist die Aufklärungsquote deutlich höher als bei Vermögensdelikten. Während 100 Prozent aller versuchten und vollendeten Tötungsdelikte (insgesamt 11) aufgeklärt wurden, waren es beim Fahrzeugdiebstahl nur gerade einmal drei Prozent. Dies bei über 2'000 gestohlenen Fahrzeugen.

Nur noch halb so viele Exhibitionisten wie 2015 

Menschen, die sich ungefragt und in der Öffentlichkeit vor anderen entblössten, wurden 2015 25 Mal angezeigt. 2020 waren es gerade einmal 20 Fälle von Exhibitionismus. Ein Corona-Effekt? Nein, denn im Vorjahr waren es noch weniger (9). Wer jetzt denkt, dass Exhibitionismus ausstirbt, könnte sich täuschen. Der Verdacht liegt nahe, dass sich Taten vermehrt ins Internet verschieben.

Straftaten nach Nationalitäten – Platz 1 und 2 werden dich überraschen

Insgesamt 3'390 Personen wurden 2020 in Luzern beschuldigt, gegen das Strafgesetzbuch verstossen zu haben. Die Luzerner Polizei führt eine Liste nach den Heimatorten der Täterinnen und Täter. Ein genauer Blick zeigt, dass die Realität oft nicht mit den Kommentarspalten und Boulevard-Schlagzeilen übereinstimmt.

Nationalität Anzahl Beschuldigte Anteil
Schweiz 1'758 52 %
Deutschland 184 5,4 %
Portugal 131 3,7 %
Kosovo 128 3,7 %
Italien 125 3,7 %
Serbien  98 2,9 %
Rumänien 81 2,4 %
Eritrea 65 1,9 %
Algerien 45 1,3 %
Türkei 44 1,3 %

(tma)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 28. März 2021 11:56
aktualisiert: 9. April 2021 09:34