Mehr Sicherheit für Velofahrer

Junge Grüne fordern Velo-Haltestangen und einen Velolift

27. Juni 2022, 20:10 Uhr
Vor allem bei Lichtsignalanlagen ist das Losfahren für Velofahrerinnen und Velofahrer nicht einfach. Die Jungen Grünen wollen die Situation mit einem politischen Vorstoss verbessern.
Ds Velofahren in der Stadt Luzern soll sicherer werden.
© KEYSTONE/URS FLUEELER

Als Velofahrerin oder Velofahrer kennt man das Problem: Wenn man bei einem Rotlicht anhalten muss, braucht es danach beim Losfahren etwas Übung, um nicht aus dem Gleichgewicht zu geraten. Viele behelfen sich damit, beim Halten einen Fuss auf einen Trottoir-Randstein oder das Mäuerchen einer Mittelinsel zu setzen oder sich an der Ampelstange festzuhalten.

Das soll sich nun ändern, wenn es nach den Jungen Grünen geht. Sie fordern mit einem Vorstoss im Luzerner Stadtparlament Velohaltebügel, Velohaltestangen oder Velogeländer im Stadtverkehr. Damit soll Velofahrerinnen und Velofahrern insbesondere bei Rotlichtanlagen das Losfahren erleichtert und das Weiterfahren bequemer werden.

Probeversuch in Basel kostete 12’000 Franken

Unterschrieben ist das Postulat von den beiden jungen grünen Grossstadträten Jona Studhalter und Irina Studhalter. Sie weisen darauf hin, dass es an anderen Orten solche Haltegeländer für Velofahrende gibt, etwa im Kanton Basel-Landschaft oder in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. In Muttenz und Münchenstein kostete die probeweise Installation von zwei Velostangen 2017 gemäss einem Bericht des Fernsehens SRF 12’000 Franken.

Jona Studhalter könnte sich die Installation von Haltebügeln in Luzern etwa bei der Einfahrt von der Bahnhofstrasse her auf den Bahnhofplatz vorstellen: «Das ist eine neuralgische Stelle, an der sich dadurch die Sicherheit verbessern liesse.»

Der Luzerner Stadtrat wird sich nun mit dem Vorstoss beschäftigen müssen. Ob solche Velohaltestangen, -bügel oder -geländer installiert werden, wird letztlich das Stadtparlament entscheiden.

Dank Velolift «mit Schwung nach Littau»

Irina Studhalter und Jona Studhalter haben im Stadtparlament gleich noch ein zweites Postulat zum Thema Velofahren eingereicht. Sie fordern damit auf dem unteren steilen Teil der Sagenmattstrasse die Installation eines Velolifts. «Mit Schwung nach Littau» heisst der Vorstoss.

Die Postulanten weisen darauf hin, dass der Stadtrat im Rahmen des Gegenvorschlages zur Initiative «Luzerner Velonetz jetzt!» die Sagenmattstrasse zur Velohauptroute 2033 Richtung Littau ernannt hat. Die Situation für Velofahrende Richtung Littau sei aktuell sehr unbefriedigend, so die Postulanten. Als Velofahrerin oder Velofahrer stelle man sich die Frage: «Nimmt man die wenig steilere, aber engere Bernstrasse, oder doch die neue Velohauptroute Sagenmattstrasse, deren Steigung für alle nicht motorisierten Velofahrenden eine Zumutung ist?»

Mit einem Velolift auf der Sagenmattstrasse werde die Entscheidung erleichtert, so die Postulanten. Sie verweisen auf einen Velolift, den es seit 1993 in der norwegischen Stadt Trondheim gibt. Dort schiebt die «Sykkelheisen Trampe» Velofahrende mit einem Tragseil und eingeklinkter Fussplatte 130 Meter auf einen Hügel hoch.

Jona Studhalter hält einen Velolift in Luzern für praktikabel und auch «für durchaus bewilligungsfähig im Stadtparlament». Die Postulanten bitten den Stadtrat, nach einer allfälligen Installation eines Velolifts an der Sagenmattstrasse die Erfahrung damit «anderen Gemeinden zur Verfügung zu stellen und bei erfolgreicher Bilanz an anderen Standorten in der Stadt Luzern weitere Velolifte zu prüfen».

Quelle: Luzerner Zeitung
veröffentlicht: 27. Juni 2022 20:10
aktualisiert: 27. Juni 2022 20:10
Anzeige