Stadt Luzern

Kameras bei Libellenstrasse: Is Big Brother watching you?

· Online seit 01.02.2024, 18:44 Uhr
Seit einigen Tagen filmen Überwachungskameras die Libellenstrasse in Luzern. Deshalb stellt sich die Frage: Werden Verkehrsteilnehmende von der Stadt überwacht und aufgrund des dort geltenden Fahrverbots gebüsst? Wir haben nachgefragt.

Quelle: Pilatus Today / Janine Schaub

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Sowohl beim Anfang als auch beim Ende der Libellenstrasse stehen seit Kurzem je zwei temporäre Überwachungskameras – eine Kamera pro Fahrtrichtung. Die angefragten Anwohnenden wissen nichts davon. Beim Quartierverein Maihof heisst es, dass diese Kameras aufgrund des Verkehrs installiert wurden. Sie sollen den verbotenen Durchfahrtsverkehr auswerten.

Seit der Durchgangsverkehr im Sommer 2018 verboten wurde, habe dieser spürbar abgenommen, sagt Quartiervereins-Präsidentin Regula Schärli gegenüber PilatusToday und Tele 1. Aber: «Wir beobachten noch immer Schleichverkehr in den Morgen- und Abendspitzen. Damit können wir nicht zufrieden sein.» Deswegen sollen die Messungen zeigen, wie viel der Anteil des Durchfahrtsverkehrs momentan ausmacht. Dieses Anliegen wurde Mitte Oktober der Stadt als Bevölkerungsantrag gestellt.

Überwachungskameras aus China

Wird nun der Verkehr bei der Libellenstrasse von der Stadt Luzern permanent überwacht? Die Stadt Luzern verneint. Es handle sich um spezielle Kameras, welche auf Kennzeichen optimiert sind. Andere Bilddetails seien für die Weiterverarbeitung unbrauchbar. «Bei der Erhebung der Kennzeichen wird Wert auf grösstmöglichen Datenschutz gelegt, welcher über dem gesetzlichen Rahmen liegt», erklärt Sibylle Lehman, Co-Leiterin Mobilität bei der Stadt Luzern.

Brisant: Bei den Messkameras, die bei der Libellenstrasse eingesetzt werden, handelt es sich um Kameras einer chinesischen Sicherheitsfirma, die dem Staat gehört. Mehr dazu in der Box

Kameras sind nicht mit Netzwerk verbunden

Wie kann man dabei dennoch den grösstmöglichen Datenschutz gewährleisten? Die Stadt Luzern sagt, dass alle Daten vor Ort verschlüsselt abgespeichert würden. «Unmittelbar nach der Erfassung werden die Kennzeichen direkt im System vor Ort so umgewandelt, dass diese den Persönlichkeitsschutz garantieren und keine Rückverfolgung auf den Fahrzeughalter erlauben», so Lehmann.

«Alle Kennzeichendaten werden nach der Verarbeitung in von-nach-Beziehungen, beziehungsweise Reisezeit-Informationen, unmittelbar gelöscht.» Zusätzlich würden die Daten nur lokal abgespeichert werden, heisst es auf Anfrage beim Anbieter der Verkehrszählungsanlagen Swiss Traffic. Auch würden die Kameras über kein Internet verfügen, sodass sie in keiner Form mit der Aussenwelt verbunden sind.

Auswertung im Frühling abgeschlossen

Nichtsdestotrotz wurde ein grosses Geheimnis um die Überwachung gemacht. Über die Verkehrszählung in der Libellenstrasse wurde lediglich die zuständige Person vom Vorstand des Quartiervereins Maihof informiert – und nur mündlich. «Wir haben bewusst auf eine grössere Ankündigung verzichtet, da wir möglichst unverfälschte und reale Messresultate möchten», sagt Sibylle Lehmann von der Stadt Luzern dazu.

Die Messungen wurden am Mittwoch und Donnerstag gemacht, danach würden die Kameras bereits wieder abgebaut. Was für Schlüsse die Stadt Luzern zieht bezüglich Durchgangsverkehr wird sich erst noch zeigen. Die Auswertungen dazu sollen spätestens Anfang März vorliegen.

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veröffentlicht: 1. Februar 2024 18:44
aktualisiert: 1. Februar 2024 18:44
Quelle: PilatusToday

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