Zu gefährlich

Kanton verwirft mögliche Projekte für Pilatusplatz

19. Mai 2022, 16:15 Uhr
Der Kanton will die beiden Vorprojekte zur Umgestaltung des Luzerner Pilatusplatzes, welche die Stadt im Auftrag des Kantons erarbeitet hat, nicht weiterverfolgen. Beide Varianten würden zu viele Mängel im Bereich der Verkehrssicherheit aufweisen.
Die Verkehrsführung am Pilatusplatz in der Stadt Luzern ist ein Politikum. (Archivbild)
© Keystone/URS FLUEELER

Der Pilatusplatz ist stark frequentiert: Täglich passieren rund 46'000 Fahrzeuge den Knoten. Die Platzverhältnisse sind eng, immer wieder entstehen kritische Situationen. Zudem fehlt für Velos eine attraktive Verkehrsführung, und die Bushaltestellen sind nicht hindernisfrei ausgestaltet.

Mit den beiden Vorprojekten zur Verbesserung der Situation standen zwei Lösungsansätze zur Diskussion: Eine Stadtvariante und die so genanten Y-Variante, die im Austausch mit einer Begleitgruppe entstanden war. Letztere sah vor, dass der motorisierte Individualverkehr stadtauswärts statt über die Obergrundstrasse neu über den Hallwilerweg geführt würde. Auf der Obergrundstrasse sollten nur noch ÖV, Zubringer sowie Fussgängerinnen und Fussgänger sowie Velos verkehren.

Zwar würden beide Varianten Defizite beheben oder verbessern, kommt der Kanton nach der Prüfung der beiden Vorprojekte zum Schluss. Doch: «Relevante Sicherheitsaspekte kann man mit beiden Projekten nicht erfüllen», so der Luzerner Kantonsingenieur Gregor Schwegler. Deshalb müsse man jetzt noch einmal über die Bücher und auch die neuen Aspekte in die Gesamtbeurteilung mit einbeziehen.

Zu viele Mängel

Der Kanton stellte bei beiden Varianten zu viele Mängel im Bereich der Verkehrssicherheit fest. Darum will er sie nicht weiterverfolgen. «Wir müssen den Mut haben, keines der Projekte weiterzuverfolgen, wenn sie den Anforderungen nicht genügen», so Kantonsingenieur Gregor Schwegler. Es lohne sich, nochmals «neu und offener» zu denken.

Durch die Ausarbeiten der beiden Vorprojekte konnten laut Schwegler «viele Erkenntnisse gewonnen werden», die in die zukünftige Planung einfliessen. Es gehe darum, die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden merklich zu erhöhen.

Die Verantwortlichen der Stadt Luzern wurden entsprechend informiert und könnten nach eigener Überprüfung den Entscheid des Kantons zur unzureichend gewährleisteten Verkehrssicherheit nachvollziehen, heisst es in einer Mitteilung. «Es ist jetzt vorgesehen, Ende Jahr – oder Anfang nächstes – mit einer Testplanung zu beginnen», so Schwegler. «Wir können viele erarbeitete Themen mitnehmen, um miteinander eine zukunftsorientierte Lösung zu finden.»

Krienbachkanal wird saniert

Die Sanierung des Krienbachkanals des Gemeindeverbands Real müsse nun unabhängig von der Umgestaltung an der Oberfläche vorgenommen werden, heisst es weiter. Der Zustand der Kanaldecke lasse es nicht zu, dass noch weitere Jahre damit gewartet werde.

Erste Untersuchungen zeigten aber, dass unter diesen neuen Voraussetzungen eine Sanierung über weite Strecken als Innensanierung vollzogen werden könne. Voraussichtlich seien nur ganz punktuell offene Baustellen notwendig.

Quelle: sda
veröffentlicht: 19. Mai 2022 09:48
aktualisiert: 19. Mai 2022 16:15
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