Zentralschweiz
Luzern

«Katastrophe» und «passt nicht»: Neues Luzerner Theater erntet viel Kritik

Öffentlichkeit unzufrieden

«Katastrophe» und «passt nicht»: Neues Luzerner Theater erntet viel Kritik

19.12.2022, 08:31 Uhr
· Online seit 17.12.2022, 17:30 Uhr
Schöner, grösser, besser: Seit dieser Woche ist bekannt, wie das Luzerner Theater künftig aussehen wird. Durch das Siegerprojekt soll das bestehende Gebäude mit einem Neubau ergänzt werden. Die Pläne der Stadt stossen allerdings auf grosse Kritik – vor allem in den sozialen Medien.

Quelle: Tele 1

Anzeige

Zwei grosse Gebäude mit spitzigem Dach und grossen Fenstern. Damit soll das 200-jährige Luzerner Theater in Richtung Jesuitenkirche erweitert werden.

Kaum präsentiert, wird der Vorschlag der Zürcher Architekten auch schon kontrovers diskutiert. Das Siegerprojekt mit dem Namen «überall» wurde aus insgesamt 12 Vorschlägen ausgesucht. Laut der Jury passe das Projekt am besten ins Stadtbild. Aber genau da scheiden sich die Geister.

Insbesondere in den sozialen Medien wird gerätselt, ob der Neubau wirklich ans Reuss-Ufer passt. In Facebook-Kommentaren ist beispielsweise zu lesen: «Eine Verschandelung unserer schönen Stadt», «Das passt überhaupt nicht», «Katastrophe».

Bleibt Kritik im Internet?

Es scheint, dass im Internet die Kritik schnell mal geäussert ist. Alle eingegangenen Vorschläge inklusive des Siegerprojekts werden derzeit in der Kornschütte in Luzern ausgestellt. Wer sich Zeit genommen und dort das Projekt genau begutachtet hat, findet versöhnlichere Worte, wie eine Umfrage zeigt.

So sagt Erich Leuthold aus Kriens, dass ihm das Siegerprojekt sehr gut gefalle. Alfons Salzmann, ebenfalls aus Kriens, ergänzt: «Man kann hier nichts Sensationelles hinstellen. Es ist ein glücklicher Kompromiss. Also niemand ist richtig glücklich, aber alle sind etwas zufrieden.» Eva Holz aus Luzern hat das Siegerprojekt sogar auf Anhieb gefallen.

Stadtpräsident hat mit Gegenwind gerechnet

Dass das Siegerprojekt zu diskutieren geben wird, damit hat der Luzerner Stadtpräsident Beat Züsli gerechnet. «Ich denke, das muss jetzt diskutiert werden. Es ist auch zu respektieren, dass es Menschen gibt, die auf dem besagten Platz keinen Neubau wollen», so Züsli.

Auch die Stiftungsratspräsidentin des Luzerner Theaters, Gabriela Christen, kann dem Vorschlag viel abgewinnen. An einen Neubau an der Reuss müsse man sich erst gewöhnen, räumt Christen aber ein. «Weil, das ist ein Eingriff in das Stadtbild. Aber es ist ein sehr positiver Eingriff. Die Leute werden schnell sehen, welche Chancen es bietet.» Dabei spricht Christen von der neuen Bar, dem neuen Publikumsbereich und somit von neuer Lebensqualität, die das Luzerner Theater künftig bieten soll.

Entscheid gefällt: So soll das Luzerner Theater in Zukunft aussehen

Quelle: PilatusToday / David Migliazza

Acht Beschwerden hängig

Wie es nun mit dem Bau des 120 Millionen Franken teuren neuen Luzerner Theaters weitergeht, ist noch offen. Wie das Portal Zentralplus berichtet, sind gegen den Architekturwettbewerb acht Beschwerden hängig. Luzerner Stadtpräsident Beat Züsli ist trotzdem zuversichtlich, dass das Stadtparlament im kommenden Sommer über den entsprechenden Planungskredit entscheiden kann.

veröffentlicht: 17. Dezember 2022 17:30
aktualisiert: 19. Dezember 2022 08:31
Quelle: PilatusToday

Anzeige
Anzeige
redaktion@pilatustoday.ch