Nach Kantonsrats-Debatte

Knutwiler Powerdays: «Von der linken Seite hört man nur verbieten»

Marcel Jambé, 24. Juni 2020, 11:45 Uhr
Das Tractor Pulling in Knutwil lockt jedes Jahr über 30'000 Fans an die Powerdays. Doch ob der Event in Zukunft weiter stattfinden kann, ist unklar. Die Organisatoren sehen sich als Opfer und hoffen auf ein klärendes Gespräch mit dem Kanton Luzern.

Quelle: PilatusToday

Daniel Kunz ist verärgert. Der Organisator der Knutwiler Powerdays weiss nicht, ob sein Event eine Zukunft hat – oder wie diese aussehen würde. Im Luzerner Kantonsparlament stellten die SP, Grüne und Grünliberale kritische Fragen zu diesem Event. Unter anderem wollten sie von der Regierung wissen, wie man in Zeiten von Klimaerwärmung einen solchen Motorsportanlass überhaupt noch verantworten könne.

Der kantonale Umweltdirektor Fabian Peter wies darauf hin, dass man für diesen Motorsportanlass jeweils eine Ausnahmebewilligung erteile. Ob dies aber auch künftig der Fall sein wird, liess er offen. Die Luzerner Regierung will diese und weitere Fragen nun im Gespräch mit den Organisatoren klären.

Kunz hofft auf eine Lösung, die für alle Parteien passt. Es sei schliesslich ein Geben und Nehmen. «Aber von der linken Seite hört man nur ‹verbieten›, statt das Gespräch zu suchen», so Kunz.

Aus seiner Sicht machen die Organisatoren viel mehr für die Natur, als andere denken. «Der Boden wird weder mit Dünger noch mit Gülle gedüngt. Wir achten auch drauf, dass der Boden nicht verdichtet wird. Der Boden für die Rennbahn wird auch zugedeckt, damit kein Wasser reinkommt.»

Schwarze Wolke kommt vom Wassergemisch

Isabella Schwegler von der SP verwies auf den symbolischen Klima-Notstand, welchen das Kantonsparlament vor einem Jahr ausgerufen hatte. Dies vertrage sich nicht mit dem Tractor Pulling. Und Andreas Hofer von den Grünen meinte: «Die Abgaswolke sieht man jeweils im ganzen Suhrental.»

Diese Abgaswolke ist laut Daniel Kunz kein schlagkräftiges Argument. «Der schwarze Rauch, bei dem die Leute an alles Schlimme denken, entsteht, wenn man Wasser mit Treibstoff mischt. Aber bei den Powerdays kommt von hundert Fahrzeugen bei nur etwa zehn Fahrzeugen schwarzer Rauch raus.»

Optimismus für die Zukunft 

Daniel Kunz und sein Team sind bereit, weiter zu kämpfen. Sie schauen optimistisch in die Zukunft: «Wenn ich sehe, dass wir innert 30 Stunden über 11'000 Unterschriften sammelten, bekommen wir noch mehr Ehrgeiz zum Kämpfen.» Er erhofft sich, dass man sich bald an einen runden Tisch setzen und ein klärendes Gespräch führen kann.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 24. Juni 2020 07:31
aktualisiert: 24. Juni 2020 11:45
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