Städtebau

Kriens erhält Sporttempel und höchstes Wohngebäude der Schweiz

29. November 2022, 18:44 Uhr
Die Bauarbeiten für die Pilatus Arena in Kriens haben am Dienstag offiziell begonnen. Mit dem Spatenstich entsteht im Süden der Stadt Luzern eine neue Sporthalle mit zwei Wohntürmen, deren Höhe in den vergangenen Jahren stetig stieg.

Quelle: Tele 1

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Über hundert Menschen waren beim symbolträchtigen Anlass zugegen auf dem trapezförmigen Grundstück beim Bahnhof Mattenhof. Es liegt eingezwängt zwischen Bahngleis, Kreisel, Strasse und Gebäuden der Stiftung Brändi. Weideland sei hier noch vor wenigen Jahren gewesen, sagte die Krienser Stadtpräsidentin Christine Kaufmann-Wolf (Mitte) in ihrer Ansprache.

Höchstes Gebäude der Zentralschweiz

Bis 2016 gehörte das Land der Stadt Luzern, die Stimmberechtigten hiessen damals den Verkauf für 18 Millionen Franken gut. Auf dem Grundstück entstehen nun eine Sport- und Eventhalle mit 4000 Plätzen sowie zwei Hochhäuser. Mit der Sportanlage erhalten die Hallensportvereine der Region ein neues Angebot, darunter insbesondere der Handballclub HC Kriens-Luzern.

Das höhere der beiden Wohngebäude stellt dereinst die Allmendtürme in den Schatten. Es ist laut der Krienser Stadtpräsidentin mit 113 Metern das höchste Wohngebäude der Schweiz und das höchste Gebäude der Zentralschweiz. Die Überbauung werde die Wahrnehmung von Kriens in der Region prägen.

Gänsehaut bei der Regierung

Der Luzerner Regierungsrat Paul Winiker (SVP) nannte das Projekt in seiner Rede eine «politische, unternehmerische und sportliche Erfolgsstory». Die Arena werde ein Ort sein, der Menschen zusammenbringe. Der Baustart löse bei ihm Gänsehaut aus.

Die Idee für einen solchen Sporttempel hatte Nick Christen vom HC Kriens-Luzern 2007 erstmals zu Papier gebracht. Die Rednerinnen und Redner wurden denn auch nicht müde zu betonen, wie viel Durchhaltewille für die Realisierung nötig gewesen sei.

Neben der Volksabstimmung über den Verkauf des Landes durch die Stadt Luzern musste das Projekt 2020 auch eine Volksabstimmung in Kriens überstehen. Gegen den Bebauungsplan war das Referendum ergriffen worden, das Stimmvolk machte mit 51,3 Prozent den Weg frei für die Überbauung. Wegen Einsprachen unter anderem von Landschaftsschützern verzögerte sich der Baustart weiter.

250 Millionen Franken

Man habe zehn Jahre geträumt und gekämpft, sagte Toni Bucher, Verwaltungsratspräsident der Pilatus Arena AG. Es sei eine Herausforderung gewesen, auf dem kleinen Areal von nicht einmal 13'000 Quadratmetern die Arena und die Mantelnutzung unterzubringen.

Realisiert wird das Gesamtprojekt, das 250 Millionen Franken kostet, von der Pilatus Arena AG, an der die Immobilienentwicklerin Halter AG mit 70 Prozent beteiligt ist, wie Bucher ausführte. Die Halle kostet rund 39 Millionen Franken. Bund, Kanton und private Investoren beteiligen sich, dazu kommt der Mehrwert durch die zwei Hochhäuser.

Andy Schmid, Handballspieler des HC Kriens-Luzern, schoss anlässlich des Spatenstichs für die Pilatus Arena aufs Tor, dort, wo dereinst eine neue Sporthalle zu stehen kommt.

© KEYSTONE/PHILIPP SCHMIDLI

Handball-Star Andy Schmid bei Spatenstich mit dabei

Zum Spatenstich wurde ein Tor auf dem Kiesplatz aufgestellt, exakt an jenem Standort, wo es einst stehen wird. Handball-Star Andy Schmid schoss nach einer Ballstafette ein erstes Tor.

Die Arena und das Mietwohnungsgebäude am Mattenplatz sollen im ersten Halbjahr 2026 fertiggestellt sein, der «Pilatus Tower» dürfte dann im zweiten Halbjahr 2026 folgen.

Quelle: PilatusToday / SDA
veröffentlicht: 29. November 2022 18:44
aktualisiert: 29. November 2022 18:44