Schulentwicklung Kanton Luzern

Kritisches Denken, Kreativität und Kommunikation: Projekt soll neue Akzente setzen

24. August 2022, 09:49 Uhr
Die Luzerner Volksschulen sollen sich pädagogisch und organisatorisch weiterentwickeln. Der Kanton hat dazu das neue Projekt «Schulen für alle» aufgegleist. Dieses soll bis 2035 umgesetzt werden. Es hat auch die psychische Gesundheit der Schülerinnen und Schüler im Blick.
An den Volksschulen im Kanton Luzern soll die psychische Gesundheit der Schülerinnen und Schüler stärker in den Fokus rücken. (Symbolbild)
© KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER
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Nach gut 15 Jahren wurde im Kanton Luzern Ende Oktober 2020 das Projekt «Schule mit Zukunft» abgeschlossen. Dieses beinhaltete unter anderem den Lehrplan 21, Unterrichtsentwicklung, Medienbildung und die Förderung von Tagesstrukturen.

Diese Entwicklungen will die Luzerner Regierung nun mit einem nächsten Projekt konsolidieren und weiterführen. Er präsentierte dazu am Mittwoch einen Planungsbericht. Das neue Schulentwicklungsprojekt «Schulen für alle» ist für den Zeitraum von 2023 bis 2035 angelegt.

Im Bericht sind drei neue Akzente formuliert. So soll die Schule ein Ort des kritischen Denkens, von Kommunikation, Kreativität und Zusammenarbeit sein, sie soll den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Bildungsgerechtigkeit stärken und für nachhaltige Entwicklung sorgen.

Entlastung für Schulleitungen

Für die Volksschule haben die Verfasser des Berichts fünf Entwicklungsziele definiert, die mit sechs Teilprojekten erreicht werden sollen. Eines davon ist die Förderung der Lebenskompetenz und der psychischen Gesundheit. Es sollen mehr Schulen diesem Thema grössere Aufmerksamkeit widmen, da ein wachsender Teil der Kinder und Jugendlichen psychische Belastungen erlebe, heisst es im Bericht.

Auf Entlastung hoffen darf das Personal. Der Bericht sieht die Stärkung der Führung sowie fachspezifischer Kompetenzen in der Schule vor. Konkret sollen die Anstellungsbedingungen überprüft, die Führungsspanne reduziert und die Schulführung gestärkt werden. Für die Erhöhung der Schulleitungspensen sind jährlich 2,4 Millionen Franken vorgesehen, weitere 1,8 Millionen Franken für mehr Pool-Lektionen.

Das Projekt strebt zudem flexiblere Unterrichtsstrukturen an, will die individuelle Förderung optimieren, die Tagesstrukturen weiterentwickeln und die frühe Förderung ausbauen.

Mehr Platz für Gymnasien nötig

Der Bericht setzt sich auch mit der Gymnasialbildung auseinander. Hier muss der Kanton Luzern voraussichtlich bis 2027 die Lehrpläne und Stundentafeln wegen der Entwicklung auf Bundesebene anpassen.

Wegen des Bevölkerungswachstums rechnet der Kanton zudem bis 2039 mit 1200 zusätzlichen Schülerinnen und Schülern an den Gymnasien. Betroffen sind insbesondere der Raum Sursee und die Agglomeration Luzern, was Neu- und Ausbauten erfordert.

So soll in Sursee die Kantonsschule bis Mitte der 2020er Jahre für 55 Millionen Franken saniert und ausgebaut werden. Ende der 2020er Jahre ist sodann bei der Kantonsschule Reussbühl ein Neubau auf kantonseigenem Land vorgesehen, die Kosten dafür belaufen sich auf 48 Millionen Franken.

Lehrstellen in Zukunftsberufen notwendig

Auch bei der Berufsbildung rechnet der Kanton mit einer Erweiterung von Schulhausbauten, besonders in Sursee. Zudem werden laut dem Bericht mehr Lehrstellen in Zukunftsberufen notwendig sein.

Wegen der Digitalisierung und der sich rasch wandelnden Berufswelt müssten die Beratungs- und Unterstützungsangebote ausgebaut und die Bildungsangebote vermehrt auf Erwachsene ausgerichtet werden. Anpassungen am Stipendiengesetz seien notwendig, um den Berufsabschluss für Erwachsene nachhaltig fördern zu können.

Quelle: sda
veröffentlicht: 24. August 2022 10:04
aktualisiert: 24. August 2022 10:04