Grenzüberschreitendes Verhalten

«Lasst uns gemeinsam achtsam sein» – Südpolclub reagiert auf Vorfälle

Marina Lampert, 2. November 2022, 11:28 Uhr
Am vergangenen Wochenende kam es im Südpol Club Luzern zu zwei grenzüberschreitenden Vorfällen. Das Südpol-Team hat nun darauf reagiert. Es möchte dem Publikum einen Reminder setzen – ihr Club stehe für ein respektvolles und tolerantes Miteinander.
Der Südpol Club Luzern setzt sich für mehr Awareness im Club ein.
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Für Luzernerinnen und Luzerner wurde der Südpol in den vergangenen Jahren regelrecht zu einem musikalischen Hotspot für Techno-Partys – sogenannte Raves. Fast jedes Wochenende feiern hunderte Technobegeisterte bis in die frühen Morgenstunden. Aber obwohl die Rave-Kultur als offen und freundlich bekannt ist, kommt es leider vereinzelt zu Zwischenfällen.

Seit über zwölf Jahren bietet das Kulturhaus Südpol eine Bühne für lokale, nationale und internationale Künstlerinnen und Künstler aus der Musik und den darstellenden Künsten und fördert professionelles Kulturschaffen in allen Sparten. 

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So auch vergangenes Wochenende im Südpol Club Luzern in Kriens. Die Organisatoren sind bestürzt über die Vorfälle. «Wir dulden kein grenzüberschreitendes Verhalten. Keine Diskriminierungen und Beleidigungen, verbal wie körperlich übergriffiges Verhalten, Provokationen, sexuelle Belästigung und Gewalt jeglicher Art», betont der Südpol Club in seinem Statement auf Instagram und der Südpol-Webseite.

Zwei Vorfälle

Die beiden Vorfälle werden aus Schutz und Rücksicht gegenüber den Betroffenen nicht weiter erläutert, erklärt das Leitungsteam vom Südpol. Aktuell ist das Südpol-Team in persönlichem Austausch mit den Betroffenen, um gegen die Übeltäter vorzugehen. «Eine Anzeige müssen die betroffenen Personen selbst erstatten, ein Hausverbot werden wir selbstverständlich sofort aussprechen, wenn wir die übergriffigen Personen kennen und benennen können», heisst es in einem schriftlichen Statement des Kulturhauses.

Auf die Frage hin, warum es noch zu solchen Übergriffen kommt, heisst es weiter, dass es «leider immer noch Personen gibt in unserer zunehmend diversen Gesellschaft, die die Grenzen der Individualität anderer Menschen nicht respektieren und diese überschreiten.» Aber ob das nun «ein altersspezifisches Phänomen ist oder welche Umstände dazu führen, ist reine Spekulation», meint das Südpol-Team. Das Problem liegt somit nicht alleine beim Club selbst, sondern am mangelnden Respekt gewisser Clubbesucherinnen und Clubbesucher.

Club ergreift Massnahmen

Auf der Wand im Foyer des Südpol Clubs Luzern steht in grossen Lettern geschrieben, dass es in ihrem Club keinen Platz für Rassismus, Sexismus und Gewalt hat und dass sie für einen friedlichen und respektvollen Umgang miteinander einstehen. Leider reicht das offensichtlich nicht aus und die Message kommt nicht bei allen an.

Um ihre Haltung noch deutlicher zu machen und zukünftig Ereignisse wie am vergangenen Wochenende zu verhindern, möchte die Leitung vom Südpol das Team und ihre Partner besser sensibilisieren, informieren und hinsichtlich Awareness schulen lassen. Zudem ist die Etablierung eines Awareness-Teams geplant und es wird eine öffentliche Kommunikation über das Awareness-Konzept im Südpol geben. Dieses Konzept wird detailliert und digital für alle Besucher und Partner zugänglich sein. So sind die Spielregeln für alle schon vor dem Clubbesuch klar.

Einlasspolitik

Wer zukünftig noch Einlass in den Technoclub erhält, wird nun in einer überarbeiteten Einlasspolitik definiert. Diese erstellt das Leitungsteam in enger Zusammenarbeit mit ihrer Sicherheitsfirma. Der Südpol Club Luzern ist überzeugt, dass sie mit diesen Massnahmen künftig besser regulieren können, welche Personen den Club besuchen. «Natürlich gibt es keine Garantie, dass es zu keinen ähnlichen Vorfällen mehr kommen kann. Sollte dies der Fall sein, werden wir aber in Zukunft besser aufgestellt sein, um darauf sofort zu reagieren», so das Leitungsteam vom Südpol.

Appell vom Südpol-Team

Der Südpol Luzern steht für eine Gesellschaft, die divers, offen, frei, respektvoll und tolerant ist. Diese Philosophie widerspiegelt zu einem das Programm des Kulturhauses und zum anderen «leben wir das in unserem Team und das erwarten wir auch von unserem Publikum.»

Daher noch mal ein Appell vom Südpol-Team an alle: «Lasst uns gemeinsam achtsam sein. Damit in all unseren Räumen Individualität und Diversität gelebt und ein respektvolles und tolerantes Miteinander gefeiert werden kann.» Für Personen, welche dieser Philosophie nicht folgen, «ist kein Platz im Südpol.»

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 14. Oktober 2022 17:43
aktualisiert: 2. November 2022 11:28