Im Luzerner Seebecken gelandet

Lernende lassen selbst gebauten Wetterballon in die Lüfte steigen

14. Juli 2022, 06:52 Uhr
Informatik- und Mediamatiklernende haben als Abschlussprojekt im Rahmen ihres Basislehrjahrs einen Wetterballon gebaut. Am Mittwoch liessen sie ihn hoch hinausfliegen.
Die ICT-Lernenden lassen beim Fussballplatz in Beinwil am See ihren selbst gebauten Wetterballon steigen.
© Pius Amrein / Luzerner Zeitung

Rund 15 Informatik- und Mediamatiklernende waren beim Abschlussprojekt Interstellar ihres Basislehrjahrs beteiligt. Das traditionelle Projekt, welches unter der ICT Berufsbildung Zentralschweiz in Adligenswil läuft, war auch dieses Jahr ein voller Erfolg, schreibt die «Luzerner Zeitung».

Mission Wetterballon

Der selbstgemachte Wetterballon der Lernenden setzt sich aus einem grossen, heliumgefüllten Kautschukballon, einem kleinen Sondengehäuse aus Styropor, einem Seil und einem Fallschirm zusammen. Im Sondengehäuse findet man Kameras und Sensoren, welche als Messgeräte dienen. Beispielsweise berechnen sie die Temperatur, den Luftdruck oder die Höhe, in welcher sich der Ballon gerade befindet.

«Bis der Ballon voll funktionstüchtig war, dauerte es drei Wochen», erzählt der 16-jährige Informatiklernende Dominic Camenzind. Angefangen habe die Entwicklung des Wetterballons mit dem Vorstellen des Projekts. Dort seien die Ziele, Anforderungen und Erwartungen von den Coaches kommuniziert worden. Danach lag es an den Lernenden, diese umzusetzen.

«Wir haben jeden einzelnen Tag durchgeplant, sodass wir keine Zeit verlieren», sagt Camenzind weiter. Als ersten Schritt bauten sie die Styropor-Sonde. Anschliessend mussten die Lernenden alle Kameras und Sensoren testen. Dafür haben sie die Geräte verschiedensten Temperaturen und Luftdruckstärken ausgesetzt. «Nur so konnten wir sichergehen, dass die Messungen auch auf einer Höhe von bis zu 30'000 Metern zuverlässig sind.» Nachdem die Lernenden die getesteten Geräte in die Sonde eingebaut hatten, war der Wetterballon schon fast startklar.

«Mit einem speziellen Programm haben wir ausgerechnet, wo wir unseren Ballon starten lassen müssen, sodass er in Adligenswil wieder landet», sagt Camenzind. Anhand der Berechnungen ergab sich als Startort Beinwil am See im Kanton Aargau.

Der Ballon fliegt vom Aargau bis nach Luzern

Bevor der Ballon am Mittwoch den Boden verliess, musste er anhand eines Seils mit der Sonde verbunden werden. «Am Seil haben wir zudem einen Fallschirm angebracht. Sobald der Ballon platzt, öffnet er sich und die Sonde landet sicher auf dem Boden», erklärt Camenzind.

Der Wetterballon auf dem Weg auf 30'000 Meter.

© Pius Amrein / Luzerner Zeitung

Der Fallschirm hat die Sonde allerdings nicht bis nach Adligenswil gebracht. «Die Flugstrecke des Ballons wich von der Berechnung ab, da äussere Einflüsse und Umstände den Wetterballon auf seinem Flugweg störten», erklärt Camenzind danach. Der Ballon ist in der Mitte des Luzerner Seebeckens gelandet.

Ziel erreicht: 30'000 Meter Flughöhe

Bevor die Lernenden die Messdaten auswerten konnten, musste der Wetterballon zuerst aus dem Wasser geholt werden. «Glücklicherweise haben uns zwei Stand-up-Paddler geholfen. Sie brachten den Ballon inklusive Sonde zu uns.»

Die Lernenden konnten anhand der Daten unter anderem herauslesen, dass der Wetterballon seine maximale Höhe von 30'000 Metern innerhalb von ungefähr 110 Minuten erreicht hatte. Nachdem der Ballon auf 30'000 Metern Höhe platzte, fiel die Sonde innerhalb von rund 45 Minuten wieder zu Boden – beziehungsweise ins Wasser.

Die mit Kameras und Sensoren ausgestattete Styropor-Sonde.

© Pius Amrein / Luzerner Zeitung

«Das Projekt Interstellar hat uns die Möglichkeit gegeben, das erste Mal selbstständig ein grösseres Projekt zu planen und durchzuführen.» Dominic Camenzind glaubt, dass die Erfahrungen, welche das gesamte Team gesammelt habe, ihnen in den nächsten Lehrjahren und im Berufsleben bestimmt zu Gute kommen werden.

(Lisa Zimmermann)

Quelle: Luzerner Zeitung
veröffentlicht: 14. Juli 2022 06:52
aktualisiert: 14. Juli 2022 06:52
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