LU: Ehemaliger IT-Chef bestreitet Korruptionsvorwürfe

15. Februar 2017, 17:33 Uhr
Staatsanwalt fordert eine Freiheitsstrafe von drei Jahren
© Andrea Stoll
Staatsanwalt fordert eine Freiheitsstrafe von drei Jahren

Vor dem Luzerner Kriminalgericht wurde über den Fall des ehemaligen Leiters der Dienststelle Informatik des Kantons Luzern verhandelt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Korruption vor. Der Angeklagte ist sich keiner Schuld bewusst und bestreitet die Vorwürfe. 

Der heute 49-jährige soll sich laut der Staatsanwaltschaft der ungetreuen Amtsführung sowie der mehrfachen Urkundenfälschung schuldig gemacht haben. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, dass er unrechtmässig "Provisionszahlungen" von Lieferanten der Dienststelle Informatik privat bezogen und nicht dem Kanton abgeliefert hat. Für Staatsanwalt Georges Frey handelt es sich dabei schlicht um Korruption: Der Beschuldigte habe sein Amt missbraucht um sich selber zu bereichern. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Freiheitsstrafe von drei Jahren, zwei davon auf Bewährung.

Beschuldiger bestreitet die Vorwürfe

Der Beschuldigte ist sich keiner Schuld bewusst und wies sämtliche Vorwürfe von sich. Er habe Provisionen erhalten, aber nicht in der Höhe, die die Staatsanwaltschaft bekannt gegeben habe. Wegen diesen Zahlungen habe er sich aber nicht schuldig gemacht. Sie würden aus Verträgen stammen, die vor seiner Zeit als Leiter der Dienststelle Informatik des Kantons Luzern abgeschlossen worden waren. Weiter sagte er vor dem Kriminalgericht, dass er seinen Arbeitgeber über diese noch laufenden Verträge informiert habe. Seitens des Kantons habe man aber kein Interesse daran gehabt. 

Sein Verteidiger verlangt deshalb einen Freispruch. Das Urteil wird erst in einigen Tagen bekannt.

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veröffentlicht: 15. Februar 2017 17:03
aktualisiert: 15. Februar 2017 17:33