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Football-Serie

Luzern Lions: Die langfristige Entwicklung im Blick

Raffaele Keller, 2. Februar 2021, 20:11 Uhr
Wir starten unsere Football-Serie im Hinblick auf den Super Bowl mit einem Interview mit den Luzern Lions. Carl Holdt als Marketing- und Medienverantwortlicher der Lions hat sich für uns Zeit genommen.
Player spielt im Picture-in-Picture Modus

Quelle: PilatusToday

Das Jahr 2020 ist auch im Schweizer American Football ganz im Zeichen der Corona-Pandemie gestanden. Aktuell finden «Trainings» via Zoom statt. Eine richtige Season gab es nicht – und auch die Planung 2021 steht in den Sternen.

Carl Holdt, der Mediensprecher der Luzern Lions, ist trotz allem guter Dinge: «Wir wollen bereit sein für eine Saison. Ob sie nun im Frühling startet oder doch erst im Herbst, werden wir sehen. Aber wir halten uns bereit.»

Eine Randsportart mit grosser Konkurrenz

Der American Football ist in der Schweiz klar eine Randsportart. Es gibt drei Ligen: Die NLA, die NLB und die NLC und diverse Juniorenteams.

Die Luzern Lions sind vor Kurzem aus der NLA in die NLB abgestiegen, wo sie aktuell eine Restrukturierung vornehmen. «Das kurzfristige Ziel ist es, ein Team zu bleiben», so Holdt. Man möchte nach der Fusion mit dem Verein aus Zug einen «gezielten Aufbau» fördern und «eine gute Teamstruktur behalten». Das längerfristige Ziel sei es, sich in der NLB als starkes Team zu etablieren, bevor der Aufstieg in die NLA wieder Thema wird. Ein Aufstieg in die höchste Liga wird dann diskutiert, wenn man weiss, dass die Löwen auch dort im Mittelfeld spielen können.

Die Luzern Lions stehen den Zurich Renegades gegenüber. (Archivaufnahme)

© Tri-f Fotografie / John Faber

Langjährige Erfahrung – auch aus Amerika

Dass Holdt weiss, wovon er redet, wird schnell klar. Er hat mittlerweile neun Jahre Erfahrung als Football-Spieler – und Coach – und war selbst ein Jahr an einer amerikanischen High School. Dort packte ihn das Fieber des Footballs, wie er selbst sagt: «Es ist faszinierend, wie der Football in Amerika bereits in der High School gelebt wird.»

Neben dem Abstieg mussten die Löwen aus Luzern auch die Gründung eines weiteren Football Vereins in der Region verkraften. In Emmen haben sich im letzten März die AFC Dragons gegründet. Der Präsident der Lions, Michel Beljean, zeigte damals gegenüber der «LZ», dass sich seine Freude in Grenzen hält: Zwei Vereine auf so kleinem Raum, sei sicher nicht ideal. Wie es sich für einen fairen Sportsmann aber gehört, wünschte er den Dragons trotzdem eine erfolgreiche Vereinsentwicklung.

Die Kulisse auf der Allmend ist hervorragend.

© Tri-f Fotografie / John Faber

Fusion mit Zug auch wegen fehlender Mitglieder

Diese Entwicklungen haben bei den Lions zu einem Umdenken geführt und im letzten Sommer wurde eine Zusammenarbeit mit den Midland Bouncers aus Zug realisiert. Zunächst für den Herbstcup, der im Coronajahr wenigstens etwas Football auf den Platz brachte. Diese Zusammenarbeit wird nun aber fortgeführt. «Wir versuchen nun mit Zug zusammen ein strukturierteres Training zu haben.» Während des Herbstcups sei es teilweise noch sehr improvisiert gewesen, so Holdt weiter. In Zukunft sollen die rund 45 bis 50 aktiven Spieler drei Trainings gemeinsam haben.

Die Augen der Lions sind auf die Zukunft gerichtet. Einen wichtigen Schritt damit sie ihre Ziele erreichen können, haben sie im Januar bereits gemacht. Mit Hilfe eines Crowdfundings hat der Verein über 8’000 Franken eingenommen, um damit ihren Head Coach angemessen anstellen und bezahlen zu können.

Schnellfrage-Runde

Was fasziniert an American Football?

Die Taktik. Man braucht etwas Zeit, bis man das Spiel versteht. Aber dann macht die ganze Taktik das Spiel sehr spannend.

Deine Meinung zur vergangenen NFL Season?

Eine sehr interessante Season. Wegen Corona. Es war ganz anders als in anderen Jahren. Und auch wenn es interessant war, hoffe ich, dass es nicht noch einmal eine solche Season geben muss.

Dein Super Bowl Gewinner-Tipp?

Die Green Bay Packers*

Was du noch sagen wolltest?

Die Luzern Lions feiern immer eine grosse Super Bowl-Party. Dieses Jahr natürlich nicht. Aber vielleicht wird es trotzdem auf den sozialen Medien, vor allem Instagram, Content und einen Austausch mit dem Team geben.

*Bemerkung: Die Interviews wurden bereits vor einigen Wochen geführt. Weshalb Tipps abgegeben wurden von Teams, die nun nicht im Super Bowl stehen.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 2. Februar 2021 18:42
aktualisiert: 2. Februar 2021 20:11