Fussverkehr

Luzern und Zug müssen nochmals über die Bücher

19. Juni 2020, 16:27 Uhr
Luzern und Zug sind im Mittelfeld des schweizweiten Städteverlgeichs in Sachen Fussgängerfreundlichkeit.
© Keystone
16 Städte in der Schweiz wurden im Rahmen eines Projekts auf die Fussgängerfreundlichkeit verglichen. Auch der Fussverkehr in der Zentralschweiz wurde auf Herz und Nieren geprüft. Dabei zeigt sich, dass es noch deutlich besser «laufen» könnte.

Grundsätzlich wird dem Fussverkehr in der Schweiz momentan noch ein zu kleiner Stellenwert zugeschrieben, erklärt die Organisation Fussverkehr Schweiz. In der Zentralschweiz wurden Luzern und Zug unter die Lupe genommen. Beurteilt wurde die aktuelle Situation für Fussgänger. Beispielsweise was die Sicherheit, die Attraktivität oder Wartezeiten angeht. Sowohl Luzern als auch Zug haben beim Test insgesamt 63 Prozent der Anforderungen erreicht.

Aarau schnitt bei der Bewertung der Infrastruktur durch die Bevölkerung am besten ab. Chur erzielte bei der Zufriedenheit und Basel bei der Planungspraxis die besten Werte. Neuenburg erwies sich als die fussgängerfreundlichste Stadt in der Romandie.

Luzern

Gut: Besonders Lobenswert wird das Projekt Grendel-Löwengraben in der Luzerner Altstadt bewertet. In diesem Teil der Stadt sei es für Fussgänger in den vergangenen Jahren deutlich angenehmer geworden. Zudem seien Kreuzungen in Luzern oft mit Fussgängerstreifen und Trottoir-Absenkungen versehen. Selten seien Konflikte mit Velos beobachtet worden. Auch punktet die Stadt Luzern mit ihren Begegnungszonen und der allgemeinen Qualität ihrer Trottoirs.

Schlecht: Bushaltestellen werden insgesamt schlecht bewertet. Ursachen sind unter anderem ungenügender Platz, schlechte Beleuchtung und dass sie zu wenig behindertenfreundlich sind. Überquerungen mit Ampeln haben oft zu lange Wartezeiten. Weiter sei auch die Wegführung auf Plätzen für Sehbehinderte nicht optimal.

Zug

Gut: Besonders gut sei die Neugestaltung des Postplatzes. Trottoirs seien meist gut begehbar und mit Fussgängervortritt versehen. Selten habe man Störungen durch Velos oder parkierte Autos beobachtet. Bushaltestellen hätten meist Wartehäuser und die Wartebereiche seien gross genug.

Schlecht: An Kreuzungen würden oft Absenkungen am Trottoir fehlen. Zudem seien Trottoirs generell zu schmal. Kritik gibt es auch für lange Wartezeiten bei Ampel. Zudem seien verschiedene Plätze nicht ausreichend beleuchtet.

Basel ist laut der Studie die fussgängerfreundlichste Stadt der Schweiz. Zu den Spitzenreitern gehören auch Aarau und Chur.

Fehlende Statistiken

Dem Fussverkehr wird laut den Umfrageverfassern in der Schweiz momentan noch ein zu kleiner Stellenwert zugeschrieben. Für andere Formen der Mobilität existierten diverse Statistiken, Erhebungen und Vergleiche, die für den Fussverkehr fehlten, wird kritisiert. Ausserdem müssten künftig auch bestehende Standards und rechtliche Vorgaben bezüglich des Fussverkehrs konsequenter und flächendeckend umgesetzt werden. 

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 18. Juni 2020 06:17
aktualisiert: 19. Juni 2020 16:27