Gyms, Museen, Home Office

Luzern verschärft Corona-Massnahmen noch weiter

11. Dezember 2020, 19:46 Uhr
Die Luzerner Regierung geht bei den Corona-Massnahmen noch einen Schritt weiter.
© Urs Flüeler / Keystone
Nachdem der Bund am Freitag neue Corona-Massnahmen vorgestellt hat, doppelt der Kanton Luzern gleich nach. Die Regierung schliesst sämtliche Freizeitanlagen wie Museen, Fitnesscenter und Hallenbäder sowie Betriebe des Sexgewerbes. Firmen sollen Home Office ermöglichen.

Aufgrund der epidemologische Lage in Luzern hat die Regierung beschlossen, weitere Massnahmen im Kampf gegen das Coronavirus zu ergreifen. Im Schnitt stecken sich täglich rund 200 Personen in Luzern mit dem Virus an, heisst es in der Mitteilung, die am Freitagabend veröffentlicht wurde.

«Unser R-Wert ist zu hoch», so Gesundheitsdirektor Guido Graf gegenüber PilatusToday. «Momentan stecken 100 Infizierte 106 weitere Personen an.» Auch müssten jetzt die Spitäler entlastet werden, sagt Graf und blickt damit auf die Skisaison. «Denn bald werden auch die Ski-Unfälle zunehmen.»

Neue Massnahmen ab Samstagabend

Um die Infektionszahlen zu senken, hat der Kanton deshalb folgende Massnahmen beschlossen, die ab Samstag, 19.00 Uhr und bis am 22. Januar gelten.

Für das Publikum geschlossen bleiben:

  • Freizeiteinrichtungen wie Museen, Galerien, Kinos, Casinos, Spielsalons, Bowling- und Billardzentren, Indoor-Sportanlagen wie Turnhallen, Tennishallen, Reithallen, Eissporthallen und Kletterhallen sowie Hallenbäder, Wellnesszentren, Fitnesszentren und Tanzstudios. Ausnahme: Nutzung der Sportanlagen durch die obligatorischen Schulen, Leistungssportlerinnen und -sportler, die einem Nationalkader angehören, und Profi-Sportteams; vorbehalten bleiben allfällige Vorgaben des Bundes zu den Öffnungszeiten und zum Betrieb. Offen bleiben dürfen zudem auch Hallenbäder, Fitness- und Wellnesseinrichtungen in Hotels für Hotelgäste.
  • Leseplätze in Bibliotheken, Mediatheken und Archive. Ausleihe von Medien bleibt möglich.
  • Jugendtreffs
  • Erotikbetriebe bleiben weiterhin geschlossen.Zusätzlich werden neu alle Angebote von Sexarbeit, auch im privaten Rahmen und auf der Strasse, verboten.
  • Im Öffentlichen Verkehr ist das eigenfinanzierte Nachtnetz-Angebot der Transportunternehmen auf den Linien des öffentlichen Personenverkehrs einzustellen.

Home-Office: Die Arbeitgeber sollen sicherstellen, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihre Arbeit so weit als möglich von zu Hause aus erfüllen können.

Zu wenig Disziplin bei den Tests

Auffällig hoch seien im Kanton Luzern die Ansteckungsraten bei den 20- bis 40-Jährigen sowie den über 80-jährigen Personen. Gleichzeitig würden sich noch immer zu wenige Leute trotz Symptomen testen lassen, um der Isolation zu entgehen oder die Bekannten nicht in Quarantäne zu bringen.

Volksschulen: kein Sport, kein Singen, kein Kochen in der Sek

Wie es in der Mitteilung weiter heisst, sollen auch die Schutzkonzepte an den Schulen ab Montag verschärft werden. Betroffen seien Schulanlässe, Sport- und Musikunterricht sowie die Hauswirtschaft. Wie genau die strikteren Massnahmen aussehen, wird nicht erläutert.

Wie PilatusToday aber aus gut unterrichteter Quelle weiss, soll es sich um folgende Einschränkungen handeln:

  • An den Sekundarschulen findet kein Sport- und Musikunterricht statt.
  • Im Hauswirtschaftsunterricht wird auf Kochen verzichtet.
  • Schullager sowie Ausflüge mit öffentlichen Verkehrsmitteln sowie Übernachtungen finden nicht statt.
  • Kulturaktivitäten wie Adventssingen oder Theater werden gestrichen. 
  • Auf Anlässe wie Elternabende wird ebenfalls verzichtet. 

Bildungsdirektor Marcel Schwerzmann betont, dass man dennoch weiter auf Präsenzunterricht setzen werde. «Hier sind wir gut aufgestellt und können mit den bewährten Schutzkonzepten einen weitgehend normalen Schulbetrieb aufrechterhalten», so Schwerzmann.

Ab Montag will der Kanton auch weitere Informationen zur Härtefallregelung kommunizieren, mit der die von der Krise betroffenen Unternehmen finanziell unterstützt werden sollen.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 11. Dezember 2020 17:32
aktualisiert: 11. Dezember 2020 19:46