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Urteil

Luzerner Gericht verurteilt Brandstifter- und Betrügerpärchen

26. Oktober 2020, 09:46 Uhr
Brand im Gewerbequartier Winkelbüel in Adligenswil. (Archivfoto)
Weil ein iranisches Pärchen eine Bar in Brand gesteckt hat, wurde es nun vom Luzerner Kriminalgericht zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilt. Ausserdem müssen sie die Schweiz verlassen.

Angefangen hatte alles mit der Eröffnung der Bar «Boca Chica Pasyar» in Adligenswil. Der 29-jährige Iraner betrieb die Bar und hatte dazu vom Vater seiner Freundin 50'000 Franken erhalten. Da die Bar nicht wie gewünscht lief, steckte das Paar in einer Märznacht 2018 die Bar mithilfe von Benzin in Brand. So wollten sie eine Versicherungssumme von 80'000 Franken ergaunern und hätten so ihre Schulden begleichen wollen.

Widersprüchliche Angaben und gegenseitige Beschuldigungen

Im Verfahren äusserten sich die Beschuldigten widersprüchlich und gegensätzlich, heisst es im Urteil. Auf der einen Seite bekräftigte der Angeklagte, dass er zusammen mit seiner Freundin das Feuer gelegt hätte, sie ihn aber dazu gezwungen habe. Auf der anderen Seite sagte die 30-jährige Iranerin, dass sie von der Brandstiftung wusste, aber nicht dabei gewesen sei. Während die Aussagen der Frau als unwahr bezeichnet wurden, wurden die Angaben des geständigen Mannes von den Richtern als plausibel eingestuft.

Das Gericht kam zum Schluss, dass unklar sei, wer von beiden was gemacht hätte. Die Brandstiftung sei jedoch gemeinschaftlich verübt worden, wie Aufnahmen einer Überwachungskamera, Mobilfunkdaten und aufgefundene Utensilien zeigten. Auf jeden Fall hätten beide Beschuldigten ein Motiv gehabt, die Bar anzuzünden, um Versicherungsgelder zu kassieren.

Im Schlaf überrascht

Und eigentlich hätte es noch schlimmer kommen können, denn zwei Frauen, die im selben Haus wohnten, in dem die Bar untergebracht war, wurden vom Feuer im Schlaf überrascht. Sie konnten im letzten Moment von der Feuerwehr gerettet werden. Am Haus entstand ein Sachschaden von 500'000 Franken.

Das Paar wurde der qualifizierten Brandstiftung, des versuchten Betrugs und des unrechtmässigen Bezugs von Sozialversicherungsleistungen schuldig gesprochen. Die Iranerin wurde zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt. Der Mann muss zwei Monate länger, also vier Jahre und acht Monate ins Gefängnis, weil er der Geschäftsführer der Bar war. Ausserdem soll das iranische Paar für zehn Jahre des Landes verwiesen werden.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die Berufung ist angemeldet.

So berichtete das Tele 1 über den Vorfall

Player spielt im Picture-in-Picture Modus

Quelle: Tele 1

(hch)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 26. Oktober 2020 05:37
aktualisiert: 26. Oktober 2020 09:46