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Übergewicht

Luzerner Lernende sind dicker als Kantischüler

23. September 2021, 17:23 Uhr
Eine Studie analysierte den Anteil der übergewichtigen Kinder in mehreren Kantonen. Erstmals wurden im Kanton Luzern auch Berufsschulen in die Befragung eingebunden. Die Berufslernenden sind im Vergleich zu Jugendlichen an Gymnasien eher übergewichtig.
Jugendliche im Adipositas-Camp. (Archivbild)
© Keystone/CHRISTIAN BEUTLER

Eine regelmässige Studie der Gesundheitsförderung Schweiz erhebt die Daten zum Übergewicht von Kindern aus diversen Schweizer Kantonen und Orten. Unter anderem in den Kantonen Luzern, Obwalden und Uri.

Der Kanton Obwalden schneidet dabei gut ab. An den Primarschulen in Obwalden nimmt der Anteil von Kindern mit Übergewicht seit 2013 stetig ab. Einzig in der Oberstufe sind wieder mehr Jugendliche von Übergewicht betroffen. Rund 23 Prozent der Jugendlichen in Obwalden gelten laut ihrem BMI als übergewichtig.

Ähnlich sieht es im Kanton Luzern aus. Knapp 20 Prozent der Jugendlichen im Oberstufenalter sind dort übergewichtig. Im Kanton Uri sind es nur 13 Prozent. Im schweizweiten Vergleich liegen die Zentralschweizer Kantone im Mittelfeld. Etwas mehr als 17 Prozent der Kinder und Jugendlichen in der Schweiz sind übergewichtig.

Extremer Unterschied zwischen Kanti und Lehre in Luzern

Grösser wird der Unterschied, wenn man Jugendliche in der Lehre mit Jugendlichen an einer Kantonsschule vergleicht. Fast ein Viertel der Berufslernenden sind übergewichtig. An der Kanti jedoch nur knapp zehn Prozent, wie die PH Luzern in ihrer Auswertung schreibt. Sehr hoch sei der Wert bei Lernenden mit Migrationshintergrund. Auch die getesteten sportlichen Leistungen waren an den Berufsschulen durchschnittlich schlechter als an den Kantonsschulen.
Der Kanton Luzern will darauf reagieren, so das Gesundheits- und Sozialdepartement: «Wir werden versuchen, diese Zielgruppe für eine ausgewogene Ernährung und mehr Bewegung zu sensibilisieren.»

Das Risiko, an Übergewicht zu leiden, lasse sich aber nicht vollständig mit den erhobenen Faktoren erklären, lassen die Autoren der schweizweiten Studie verlauten. Die Wohnregion, das Geschlecht oder die soziale Herkunft wurden in der Studie ermittelt. Für eine umfassende Analyse müsse das Bild noch erweitert werden, so die Autoren. Die Präventionsmassnahmen der Gebiete spielen auch eine wichtige Rolle. So wäre laut den Autoren einerseits zu erfragen, in welchen Gebieten welche präventiven Massnahmen ergriffen wurden, beziehungsweise was ohne solche Massnahmen passiert wäre.

(zno)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 23. September 2021 15:56
aktualisiert: 23. September 2021 17:23