Reduktion Polizeiposten

Luzerner Polizei bleibt auch nach Abbau dicht vertreten

Melissa Steuri, 8. Januar 2022, 06:40 Uhr
Die Luzerner Polizei will die Anzahl der Polizeiposten um die Hälfte reduzieren. Noch an 15 Orten soll es Dienststellen geben, wie Anfang Woche bekannt wurde. Ein Vergleich mit den anderen Zentralschweizer Kantonen zeigt nun: Trotz Reduktion kann Luzern immer noch ein dichteres Polizeinetz vorweisen.
Die Luzerner Polizei will sich auf weniger, dafür wichtige Posten konzentrieren. (Archivbild)
© KEYSTONE/Urs Flueeler
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Wenn man die Fläche des Kantons Luzern mit der Anzahl vorhandener Polizeiposten vergleicht, ergibt sich folgendes Bild: Ungefähr pro 50 Quadratkilometer gibt es einen Polizeiposten. Das ist ein deutlich dichteres Netz, als es die restlichen Zentralschweizer Kantone zusammen haben. In den Kantonen Uri, Nid- und Obwalden, Zug und Schwyz gibt es lediglich pro 135 Quadratkilometer einen Polizeiposten.

Karte Polizeiposten pro Fläche ZS
© PilatusToday

Der Vergleich der nackten Zahlen zeigt: Auch mit der Reduktion der Posten ist die Luzerner Polizei noch präsenter in den Regionen. Das Netz an Dienststellen bleibt gegenüber dem Rest der Zentralschweiz dicht. So ist der Kanton Uri mit 1077 Quadratkilometern flächenmässig nicht viel kleiner als der Kanton Luzern. Trotzdem ist die Urner Polizei nur an zwei Standort stationiert.

Bei der Bevölkerung zeigt sich ein anderes Bild

Wenn man nun aber die Einwohnerzahlen der Kantone anschaut, zeigt sich wiederum ein anderes Bild. Die Luzerner Polizei deckt aktuell mit jedem Polizeiposten über 13'400 Menschen ab. Im Rest der Zentralschweiz sind es pro Posten über 18'500 Menschen. Mit dem Abbau der Dienststellen in Luzern steigt entsprechend auch die Anzahl Menschen pro Posten.

Karte Polizeiposten pro Einwohner ZS
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Verständlich ist daher die Gegenwehr der betroffenen Gemeinden. Obwohl die Luzerner Polizei auch nach der Reduktion immer noch dicht vertreten ist, kämpfen sie um ihre Polizeiposten im Dorf, schreibt die «Luzerner Zeitung». «Wir schätzen die Nähe der Polizistinnen und Polizisten zur Bevölkerung.» Diese würden im Dorf ihr Znüni einnehmen und seien dabei für die Bürgerinnen und Bürger ansprechbar. «Wenn nur noch eine Patrouille durchs Dorf fährt, ist das nicht mehr der Fall», sagt beispielsweise der Gemeindepräsident von Ruswil, Franzsepp Erni zur Zeitung.

Quelle: Tele 1

«Reduktion ist kein Leistungsabbau»

Bereits zuvor betonte der Luzerner Sicherheitsdirektor Paul Winiker, dass die Reduktion der Polizeiposten kein Leistungsabbau sein soll. Im Gegenteil: Das Ziel sei es, Polizisten, die aktuell an einen Posten gebunden sind, der nicht mehr rentiert, an die Front zu nehmen. So stünden künftig mehr Polizisten für Verfügung, die in den Regionen patrouillieren können.

In Stein gemeisselt ist die Schliessung der Hälfte der Luzerner Polizeiposten indes noch nicht. Auch ist noch nicht klar, welche Standorte genau betroffen wären. Die Gemeinden sollen laut Paul Winiker in den Prozess miteinbezogen werden.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 7. Januar 2022 17:41
aktualisiert: 8. Januar 2022 06:40