Bilanz

Luzerner Polizei büsste letztes Jahr über 2'000 «Corona-Sünder»

25. März 2021, 18:50 Uhr
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Quelle: Tele 1

Im Kanton Luzern stieg die Zahl der Verstösse gegen das Strafgesetzbuch, die 2020 verübt wurden. Und auch die Pandemie hatte grossen Einfluss auf den Luzerner Sicherheitsapparat.

Während des vom Bundesrat angeordneten Lockdowns im Frühjahr 2020 verteilte die Luzerner Polizei 2'055 Ordnungsbussen wegen Verstössen gegen die erlassenen Massnahmen. Da die ausserordentliche Lage galt, konnten diese Bussen direkt verteilt werden. Zur Kasse gebeten wurde, wer sich in einer Menschenmenge von mehr als fünf Personen im öffentlichen Raum aufhielt oder den Abstand von mindestens zwei Metern gegenüber anderen Personen bei Versammlungen nicht einhielt.

Im Corona-Jahr besonders gefordert war die Gewerbepolizei. Jede Änderung der Massnahmen löste bei ihr eine Flut von Anfragen der Gewerbebetreibenden aus. Weiter gab es bei Interventionen im Bereich der häuslichen Gewalt einen Anstieg auf 463 Fälle (2019: 420). Sie bewegen sich damit aber im langjährigen Durchschnitt, schreibt die Luzerner Polizei.

Stärkere Präsenz im öffentlichen Raum

Trotz einer Zunahme der Straftaten auf 17'610 Fälle, rund 500 mehr als noch im Vorjahr, konnte die Sicherheit und Ordnung im Kanton Luzern jederzeit gewährleistet werden, so die Luzerner Polizei in einer Mitteilung. Das auch, weil die präventive Präsenz auf Kosten von Aus- und Weiterbildungen sowie weniger Ordnungseinsätzen bei Grossveranstaltungen oder Fussballspielen auf rund 94'000 Stunden gesteigert werden konnte (2019: 83'000).

Die stark erhöhte Präsenz der Polizei im öffentlichen Raum wurde auch von Regierungsrat Paul Winiker, Vorsteher des Justiz- und Sicherheitsdepartements des Kantons Luzern geschätzt: «Die Mitarbeitenden der Luzerner Polizei haben in einer schwierigen Zeit einen starken Job gemacht.»

Gute Aufklärungsquote

Erfreulich sei, dass man bei der Aufklärungsquote zulegen konnte, heisst es in der Medienmitteilung weiter. Sie ist 2020 auf 44 Prozent gestiegen (2019: 42,1 Prozent). «Bei sämtlichen Tötungsdelikten konnten die Beschuldigten den Strafuntersuchungsbehörden zugeführt werden», so Jürg Wobmann, Chef der Kriminalpolizei.

Es kam 2020 zu insgesamt vier Tötungsdelikten (2019: 0) und auch die Zahl der Gewaltdelikte stieg auf 352 (2019: 338). Nur leicht zugenommen haben die Einbrüche. Mit 1'066 (2019: 1'016) befände man sich im Mehrjahresvergleich weiterhin tief.

Deutlich mehr Unfälle mit E-Bikes

Bei den Verkehrsunfällen gab es vor allem bei E-Bike- und Motorradunfällen eine Zunahme. Lärmbelästigungen durch Autoposer werden ebenfalls immer zahlreicher.

Im letzten Jahr wurden im Kanton Luzern 2'025 Verkehrsunfälle gezählt (2019: 2'138). Die Anzahl der tödlichen Unfälle stieg auf 13 an (2019: 10), und auch Schwerverletzte gab es mit 230 deutlich mehr (2019: 145).

«Wir stellen insbesondere eine starke Zunahme von Unfällen fest, bei denen E-Bikes beteiligt sind (147; Vorjahr: 88). Fast 90 Prozent der Personen, die mit einem E-Bike verunfallen, sind älter als 45 Jahre», sagt Pius Ludin, Chef der Sicherheits- und Verkehrspolizei. Auch auf Motorrädern stiegen die Unfallzahlen (191; Vorjahr: 154). Die Ursache dieser Unfälle sei mehrheitlich auf das Nichtanpassen an die Strassenverhältnisse zurückzuführen.

Ein zunehmendes Problem stellen auch Autoposer und Raser dar. 2020 nahmen Reklamationen wegen massiver Lärmbelästigung zu. 246 Fahrzeuge wurden wegen übermässigem Verkehrslärm und verbotenen Abänderungen sichergestellt.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 25. März 2021 09:57
aktualisiert: 25. März 2021 18:50