Publizistik

Luzerner Regierung will keine kantonale Medienförderung

· Online seit 20.06.2023, 12:14 Uhr
Die Luzerner Regierung lehnt staatliche Eingriffe in den Medienmarkt ab. Die Entwicklung zeitgemässer publizistischer Angebote könne der Branche überlassen werden, erklärte sie zu einem Vorstoss von Daniel Piazza (Mitte). Sie lehnt damit die Forderung nach einer indirekten Medienförderung ab.
Anzeige

Piazza möchte, dass die Regierung in einem Planungsbericht aufzeigt, wie der Kanton mit indirekten Massnahmen die Medienförderung unterstützen könne. Ziel müsse es sein, eine unabhängige und qualitativ hochstehende Berichterstattung zu erhalten. Als mögliche Lösung schlägt Piazza eine Stiftung vor.

Breites Angebot

Die Regierung sieht aber keinen Grund, aktiv zu werden, wie aus ihrer am Montag veröffentlichten Antwort hervorgeht. Sie verweist darauf, dass die Schweizer und die Luzerner Stimmberechtigten 2022 Nein zu einer zusätzlichen Unterstützung des Mediensystems gesagt hätten. Es ergäben sich keine Anhaltspunkte, dass der Kanton Luzern private Leistungen mitfinanzieren solle, die der Bund nicht mitfinanzieren dürfe, schreibt die Kantonsregierung.

Die Regierung streitet die Bedeutung der Medien für das Funktionieren der direkten Demokratie nicht ab. Trotz dem länger anhaltenden Medienwandel gebe es im Kanton Luzern aber ein breit gefächertes Angebot an politischer Berichterstattung.

Staatliche Finanzierung abgelehnt

Die Regierung zeigt in der Antwort ihre Skepsis gegenüber Staatseingriffen. Der Ruf nach solchen ertöne zwar bei kritischen Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft schnell. «Wir geben jedoch zu bedenken, dass staatliche Eingriffe trotz grossen finanziellen Anstrengungen oftmals nicht die beabsichtigte Wirkung erzielen und nur selten die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung nachhaltig aufhalten können.»

Eine staatliche Finanzierung von nicht mehr nachgefragten Medienangeboten lehnt die Regierung deswegen ab. Die Entwicklung zeitgemässer publizistischer Angebote könne der Branche überlassen werden. Zudem gibt sie zu bedenken, dass aus einer kantonalen Strukturerhaltungspolitik eine für die Demokratie problematische Nähe zwischen Politik und Medien entstehen könnte.

(sda)

veröffentlicht: 20. Juni 2023 12:14
aktualisiert: 20. Juni 2023 12:14
Quelle: PilatusToday

Anzeige
Anzeige
redaktion@pilatustoday.ch