Nacht wird zum Tag

Luzerner Regierung will mehr gegen Lichtverschmutzung tun

Livia Barmettler, 15. November 2022, 19:34 Uhr
In der Schweiz wird es immer heller. Der Grund: Lichtverschmutzung. Diese beeinflusst sowohl den Menschen als auch die Natur negativ. Deshalb fordern Links-Grüne, dass die Luzerner Regierung aktiver gegen die fortschreitende Lichtverschmutzung ankämpft. Nun hat die Regierung reagiert.

Quelle: Tele 1

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Strassenlaternen, Schaufenster oder elektronische Werbesäulen: In den vergangenen 25 Jahren hat die Lichtverschmutzung in der Schweiz zugenommen. Lichtemissionen haben sich in dieser Zeit nach Angaben des Bundesamts für Umwelt (BAFU) mehr als verdoppelt.

Inzwischen beträgt der Anteil der Fläche, wo es in der Nacht noch richtig dunkel wird, nicht einmal mehr einen Fünftel der gesamten Schweiz. Plätze, wo man früher noch die Sterne beobachten konnte, sind heute viel zu hell dafür. Einer der Gründe ist die 24-Stunden-Gesellschaft.

So hat sich die Lichtverschmutzung von 1994 bis 2020 verändert:

Von dieser Entwicklung ist auch die Zentralschweiz und damit der Kanton Luzern betroffen: «Das Mittelland der Schweiz, zu welchem auch der Kanton Luzern als bevölkerungsreiches Gebiet gehört, strahlt besonders hell, auch über den Kanton hinaus», schreibt Monique Frey, Kantonsparlamentarierin Grüne / LU, in ihrem Vorstoss.

Das fordern die Links-Grünen

Lichtverschmutzung sei eine anerkannte Form von Umweltverschmutzung. Immer mehr Menschen werden in ihrem Wohlbefinden gestört. Zu viel Licht am falschen Ort und zur falschen Zeit beeinträchtigen aber auch nachtaktive Tiere. Trotzdem werde die Lichtverschmutzung im kantonalen Richtplan weder in den raumordnungspolitischen Zielsetzungen noch unter dem Kapitel «Landschaft» thematisiert, bemängelt Links-Grün im Vorstoss.

Die Grünen fordern die Regierung deswegen dazu auf, die verbliebenen dunklen Landschaften zu schonen und bei raumplanerischen Prozessen vermehrt darauf zu achten, Kunstlicht zu reduzieren.

In der Schweiz ist das dicht besiedelte Mittelland am stärksten von der Lichtverschmutzung betroffen. Die Alpenregion ist bis auf wenige Orte in den Tälern sehr dunkel. Allerdings befinden sich auf den Pässen oft Hotels oder Restaurants, welche die ganze Nacht hindurch die Aussenbeleuchtung eingeschaltet lassen und ebenfalls erhellen. 

© Dark-Sky Switzerland

Das sagt die Luzerner Regierung

In einer Stellungnahme weist die Kantonsregierung darauf hin, dass Vorschriften zur Reduktion von Lichtverschmutzung in erster Linie Sache der Gemeinden sei. Als Hilfestellung habe das Bundesamt für Umwelt (BAFU) im Herbst 2021 «Empfehlungen zur Vermeidung von Lichtemissionen» veröffentlicht. «Mit der neuen Vollzugshilfe des BAFU besteht aus unserer Sicht bereits eine genügende rechtliche Grundlage, um die Lichtemissionen einzudämmen», schreibt die Luzerner Regierung in ihrer Mitteilung.

Nichtsdestotrotz will die Luzerner Regierung der Forderung der Links-Grünen nachkommen und das Thema in den kantonalen Richtplan integrieren: «Damit sollen die Gemeinden mehr sensibilisiert werden, das Thema (...) noch stärker zu berücksichtigen», heisst es in der Stellungnahme.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 15. November 2022 06:06
aktualisiert: 15. November 2022 19:34