Energiekrise

Luzerner SVP-Nationalrat soll bei Stromengpass aushelfen

2. September 2022, 07:11 Uhr
Sie lagern Daten aus der ganzen Welt mitten in der Schweiz. Die Schweizer Rechenzentren brauchen aber auch Strom. Obwohl sich die Branche vor einer Mangellage fürchte, könnten die Rechenzentren gar helfen, zusätzlichen Strom ins einzuspeisen.
Der Luzerner SVP Nationalrat Franz Grüter könnte mit Green.ch bei einer Stromknappheit aushelfen.
© Anthony Anex / Keystone
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Weniger heizen, kälteres Wasser und elektrische Geräte ausschalten – mit einer Kampagne will der Bundesrat freiwillig zum Energiesparen animieren. Kaum Möglichkeiten, den Stromverbrauch zu reduzieren, haben Rechenzentren wie jenes von Green.ch mit dem Luzerner SVP-Nationalrat Franz Grüter als Verwaltungsratspräsident. Wie er gegenüber dem «Tagesanzeiger» sagt, sei man aber gut auf einen Stromengpass vorbereitet. «Bei einem Stromunterbruch funktioniert der Betrieb unserer Datacenter zu 100 Prozent autonom weiter», so Grüter.

Bundesrat will Strom von Privaten anzapfen

Die dafür vorhandenen Generatoren will nun auch Bundesrätin Simonetta Sommaruga anzapfen. Dies, «um zeitlich begrenzt Strom ins Netz zu speisen, falls es im Winter zu einer Mangellage kommt», erläutert Grüter im «Tagesanzeiger». Die Generatoren von Green.ch könnten insgesammt Strom für rund 40'000 Haushalte produzieren – nimmt man den Strom von allen Rechenzentern in der Schweiz, so wären es gemäss Tagesanzeiger sogar 200'000 Haushalte.

Das Problem: Zwackt die Bundesrätin den Rechenzentren den Strom zu lange ab, dann fallen die Rechenzentren selbst aus. Deshalb sind die Generatoren so eingestellt, dass sie ab dem kritischen Zeitpunkt automatisch nicht mehr Strom ins Netz einspeisen, sondern nur noch die Rechenzentren speisen.

Kritik an Massnahmen des Bundesrats

Der SVP-Nationalrat übt dann auch Kritik am Bund. «Wir haben die Hausaufgaben in diesem Land nicht gemacht», sagt er im «Tagesanzeiger». Der Schweiz fehle eine eigenständige Stromversorgung und nur deshalb sei man nun überhaupt in dieser Lage, fährt Grüter fort. Letztlich sei es die Stabilität ein zentraler Faktor für die Attraktivität der Schweizer Wirtschaft und dazu gehöre auch die Stabilität der Stromversorgung. Deshalb sei es umso wichtiger, diese auch künftig zu gewährleisten.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 2. September 2022 07:16
aktualisiert: 2. September 2022 07:16