Zusatzstrafe

Luzerner Taxifahrer hat weitere Frau sexuell genötigt

21. Oktober 2020, 06:21 Uhr
Die Haftstrafe gegen einen Luzerner Taxifahrer wird um vier Monate verlängert. (Symbolbild)
© KEYSTONE/EDDY RISCH
Das Luzerner Kriminalgericht verlängert die Strafe gegen einen Taxifahrer um vier Monate. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass der 47-jährige Pakistani eine weitere Frau sexuell genötigt hatte. Der Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe.

Über den Fall des Luzerner Taxifahrers wurde breit in den Medien berichtet. Dies führte dazu, dass sich ein weiteres Opfer zu Wort meldete.

«Ich habe die Frau noch nie gesehen»

Der Taxifahrer hatte Frauen in seinem Auto belästigt, genötigt und in einem Fall gar vergewaltigt. Für insgesamt sechs Fälle aus den Jahren 2010, 2012 und 2016 wurde er verurteilt. Zu diesen Vergehen ist nun ein weiteres dazugekommen. Aufgrund der damaligen Berichterstattungen hat sich eine weitere Frau bei der Polizei gemeldet. Auch sie sei vom Taxifahrer belästigt worden. 2014 habe er sie auf dem Weg nach Sempach an Schenkeln und Brüsten berührt. Sie sei ruhig geblieben, weil sie einen Unfall oder einen Stopp auf der dunklen Landstrasse habe vermeiden wollen. Auf einem Parkplatz in Sempach sei er ihr noch nähergekommen. Als er seine Hose aufmachen wollte, gelang der damals 26-jährigen Frau aber die Flucht.

Vor Gericht bestritt der bereits verurteilte Mann, dass er die Frau jemals gesehen habe. Auch sein Verteidiger plädierte für einen Freispruch, sein Mandant sei ein «Bauernopfer».

Glaubhafte Aussagen der Frau

Das Luzerner Kriminalgericht sieht dies aber anders. Die Aussagen der Frau seien glaubhaft. Deshalb hat das Gericht die Haftstrafe des 47-Jährigen um vier Monate verlängert. Insgesamt muss der Mann somit sechs Jahre und vier Monate ins Gefängnis. Das ist weniger als die Staatsanwaltschaft gefordert hatte, die den Mann für sieben zusätzliche Monate hinter Gitter schicken wollte.

Der Rechtsanwalt des Beschuldigten hat die Berufung angemeldet. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann noch ans Luzerner Kantonsgericht weitergezogen werden.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 21. Oktober 2020 06:22
aktualisiert: 21. Oktober 2020 06:21