Regierungsratswahlen

«Medienhascherei» oder «inhaltsloser Vorwurf»: Knatsch bei Luzerner Jungparteien

Rahel Wirz, 25. Januar 2023, 16:55 Uhr
Zwischen den Luzerner Jungparteien Jungfreisinnige, Junge SVP und Junge Mitte kommt es zu Unstimmigkeiten. Grund dafür: Die Jungfreisinnigen und die Junge SVP werfen der Jungen Mitte «Medienhascherei» vor. Die lässt das nicht auf sich sitzen.
Bei den Luzerner Jungparteien gibt es Knatsch.
© PilatusToday
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Die Liste «Jungfreisinnige und Junge SVP für eine bürgerliche Partei» sorgt unter Luzerner Jungparteien für Knatsch. Die Liste der Jungfreisinnigen und der Jungen SVP unterstützt vier Kandidierende für den Regierungsrat, namentlich Fabian Peter (FDP), Armin Hartmann (SVP) sowie die beiden Mitte-Politiker Reto Wyss und Michaela Tschuor. Die Junge Mitte lehnt eine Mitunterzeichnung der Liste ab. Dies, weil ihre eigene Kandidatin Andrea Kaufmann nicht aufgeführt wird.

Gegen «Scheinkandidaturen»

Die Jungfreisinnigen und die Junge SVP argumentieren, dass die Kandidatur von Andrea Kaufmann aussichtslos sei. Die Kandidatur habe einzig zum Zweck, die Junge Mitte für die Kantonsparlamentswahlen zu profilieren, argumentieren die beiden Jungparteien. Die Junge Mitte betreibe damit «Medienhascherei».

«Solche Scheinkandidaturen lehnen wir ab», sagt Matthias Erni, Vizepräsident der Jungfreisinnigen. Weiter führt er aus: «Eigene Kandidaturen sind aus unserer Sicht nicht zielführend. Für das Amt eines Regierungsrats benötigt es viel Erfahrung und Führungsstärke. Mit unter 30 Jahren zu glauben, man wäre für Amt als Regierungsrat geeignet, ist vermessen.»

Junge Mitte teilt aus

Nun kontert die Junge Mitte, dass das ein «inhaltsloser Vorwurf» sei. Von Medienhascherei zu sprechen zeuge von fehlendem Respekt gegenüber jungen, engagierten Personen und zeuge eventuell auch von mangelnden eigenen Kandidaturen, heisst es in einem Antwortschreiben.

Luca Boog, Präsident der Jungen Mitte Kanton Luzern, sagt dazu: «Dass nun die Jungfreisinnigen und die Junge SVP unsere Kandidatin kritisieren, zeigt umso mehr auf, wie ernst sie die Kandidatur von Andrea Kaufmann nehmen.»

Falsche Versprechen gemacht?

Weiter kritisiert Boog: «Im Gegensatz zu anderen Jungparteien haben wir nicht im Sommer Communiqués mit Wahlzielen versandt, die dann nicht eingehalten wurden.» Damit wird auf eine Medienmitteilung der Jungfreisinnigen angespielt, nach welchen sie angekündigt hatten, mit einer eigenen Liste im Wahlkreis Stadt Luzern anzutreten. Ein Ziel, welches nicht umgesetzt wurde.

Dieser Vorwurf weisen die Jungfreisinnigen zurück. Sie kandidieren mit insgesamt 31 Personen für Sitze im Kantonsparlament, heisst es auf Anfrage von PilatusToday und Tele 1. Während die beiden Jungparteien Jungfreisinnige und die Junge SVP zuversichtlich sind, mit ihrer Liste die geeignetsten Personen für einen Platz in der Regierung vorgeschlagen zu haben, zeigt sich die Junge Mitte optimistisch für ihre eigene Kandidatin.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 25. Januar 2023 11:06
aktualisiert: 25. Januar 2023 16:55