364 Stimmen Unterschied

Mietzinsinitiative – «Klar ist, unmittelbar passiert nichts»

27. September 2020, 19:45 Uhr
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Quelle: PilatusToday

Im Kanton Luzern muss im Fall von Wohnungsknappheit bei einem Mieterwechsel neu der bisherige Mietzins offengelegt werden. Das Resultat zeigt deutlich, in welchen Regionen des Kantons die Mietpreise die Bevölkerung beschäftigen.

80'299 Stimmbürger stimmten der Volksinitiative «Fair von Anfang an, dank transparenter Vormiete!» des Mieterverbandes zu, 79'935 lehnten sie ab. Das ergibt einen Ja-Stimmenanteil von 50,11 Prozent. Die Stimmbeteiligung betrug 59,44 Prozent. Dabei zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen Stadt und Land.

Das Resultat zeigt einen deutlichen Graben zwischen Stadt und Landschaft.

© Screenshot Kanton Luzern

Eine unerwartete Niederlage

«Es kam eher unerwartet. Es war doch eine breite Allianz, welche die Vorlage ablehnte», sagt Armin Hartmann, Präsident Hauseigentümerverband HEV Luzern. Der Grund für die Niederlage sieht er in der starken Mobilisierung in der Stadt Luzern. Tatsächlich war die Stimmbeteiligung mit 60,12 Prozent sehr hoch. Die Stimmbevölkerung der Stadt Luzern nahm die Initiative mit knapp 69 Prozent Ja-Stimmen am deutlichsten an.

Mark Schmid, Präsident Mieterinnen- und Mieterverband, ist überwältigt vom Resultat. «Die Bevölkerung merkt, was es bedeutet, wenn sich die Mieten ständig erhöhen.» Das Resultat sei auch ein starkes Zeichen, da es gegenteilig zu den Empfehlungen vom Kantons- und Regierungsrat steht. «Die Bevölkerung will wissen, wie hoch die Vormiete war. Wir wollen korrekte und fair kalkulierte Mietpreise», so Schmid.

Ein Resultat ohne direkte Auswirkungen

«Klar ist, unmittelbar passiert nichts», so Armin Hartmann, Präsident HEV Luzern. Denn die Formularpflicht gilt erst, wenn im Kanton im Durchschnitt weniger als 1,5 Prozent der Wohnungen leer stehen. Zurzeit beträgt die Leerwohnungsziffer kantonsweit 1,66 Prozent. Armin Hartmann ist überzeugt, dass sich dies in den nächsten Jahren nicht ändern wird. «Dennoch ist es wirklich ein Signal, dass man genau auf die Wohnkosten schauen muss und dies nehmen auch wir kritisch mit.» (hto)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 28. September 2020 09:19
aktualisiert: 27. September 2020 19:45