Museggmauer soll künftig besser gepflegt werden

28. Oktober 2016, 15:31 Uhr
Stadt und Stiftung haben dafür eine Leistungsvereinbarung erarbeitet

Der Unterhalt der Luzerner Museggmauer soll langfristig auf sichere Beine gestellt werden. Dazu wollen die Stadt Luzern und die Stiftung für die Erhaltung der Museggmauer eine Leistungsvereinbarung unterzeichnen. Eine Sicherungsklausel soll verhindern, dass sich die private Stiftung finanziell übernimmt.

Nebst der Kapellbrücke mit dem Wasserturm und dem Löwendenkmal ist die Museggmauer eines der wichtigsten Wahrzeichen der Stadt Luzern. Jedes Jahr zieht die mittelalterliche Stadtbefestigung rund 150'000 Besucher an. Damit das bedeutende Baudenkmal auch für künftige Generationen erhalten bleibt, wird seit Jahren viel Aufwand betrieben. Die Museggmauer mit den neun Museggtürmen wurde zwischen 2002 und 2015 für rund zwölf Millionen Franken umfassend restauriert. Die Natur macht dem jahrhundertealten Bauwerk aber immer wieder zu schaffen.

Zukunftsgerichtete Lösung angestrebt

Die Stadt Luzern will den Erhalt der Museggmauer nun langfristig sicherstellen. Stadt und Stiftung erarbeiteten dafür eine Leistungsvereinbarung, die sie heute im Rahmen einer Medienkonferenz im Wachtturm der Öffentlichkeit vorgestellt haben. Diese legt etwa fest, dass die Stiftung fachlich für die gesamte Anlage und für den gesamten Unterhalt der öffentlich zugänglichen Türme sowie für den Aussenunterhalt der vermieteten Türme zuständig sei. Die Stiftung muss die Anlage auch reinigen sowie deren Betrieb sicherstellen.

Alle diese Aufgaben sollten in den Händen von kompetenten Leuten sein, betonte die städtische Baudirektorin Manuela Jost gegenüber Radio Pilatus. "Da ist viel wertvolles Knowhow vorhanden, auf das wir aufbauen können." Die private Stiftung für den Erhalt der Museggmauer war bei der umfassenden Sanierung der Mauer und ihren Türmen federführend. Finanziert wurde das Vorhaben von der Denkmalpflege, der Stadt und von Spendern.

Immer noch Spendengelder nötig

Für den laufenden Unterhalt der Museggmauer soll die private Stiftung von der Stadt jedes Jahr mit 120'000 Franken unterstützt werden. "Diese pragmatische Lösung zeigt, dass die Stadt ihre Verantwortung als Eigentümerin wahrnimmt", sagte Stiftungspräsident Beat Lötscher. Für den gewöhnlichen Unterhalt rechnet die Stiftung mit Kosten von rund 200'000 Franken pro Jahr. Die jährliche Differenz von etwa 80'000 Franken soll Stiftung aus einen Fonds bezahlen. Dieser weist derzeit ein Kapital von 5,6 Millionen Franken auf. "Da haben wir also viel Luft", so Beat Lötscher. Das Geld stammt teilweise noch aus Spenden, die für die Sanierung eingegangen waren.

Damit die finanzielle Lage im Falle ausserordentlicher Unterhaltsarbeiten nicht aus dem Ruder läuft, haben Stadt und Stiftung eine Sicherungsklausel geplant. Sollte der Fonds unter 1,5 Millionen Franken fallen, würde der jährliche Unterstützungsbeitrag der Stadt neu ausgehandelt. Die Leistungsvereinbarung muss nun zuerst in das Luzerner Stadtparlament. Voraussichtlich noch im November soll es behandelt werden.

Bedeutendes Baudenkmal

Die Museggmauer dürfte zwischen 1370 und 1420 erbaut worden sein, ist rund 900 Meter lang, hat neun Türme und war der nördliche Abschluss der Stadt. Insgesamt dürfte die alte Stadtbefestigung, zu der auch die Holzbrücken gehörten, über drei Kilometer lang gewesen sein und über 31 Türme umfasst haben. Im 19. Jahrhundert wurde ein grosser Teil der Stadtbefestigung abgerissen.

Ein Teil der Mauer ist öffentlich begehbar. Für die Öffentlichkeit zugänglich sind auch die auf diesem Abschnitt liegenden drei Türme Wachtturm, Zytturm und Schirmerturm sowie der Männliturm. Nicht begehbar ist der Luegislandturm. Im Nölliturm, im Pulvertrum, im Allendwindenturm und im Dächliturm sind Fasnachts- und Berufsorganisationen eingemietet.

Die Stadt Luzern will den Unterhalt der Luzerner Museggmauer neu regeln

veröffentlicht: 28. Oktober 2016 13:47
aktualisiert: 28. Oktober 2016 15:31