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Mit 48 Messerstichen

Mutter in Emmenbrücke getötet: Sohn steht vor Gericht

Caspar van de Ven, 7. Juni 2021, 16:25 Uhr
Hier soll das Tötungsdelikt passiert sein.
© brk News / Screenshot
Am 2. April 2020 meldete sich ein junger Mann mit den Worten «Ich habe meine Mutter umgebracht» bei der Luzerner Polizei. Heute Dienstag muss sich der 21-Jährige vor dem Luzerner Kriminalgericht verantworten.

«Grüezi, ich bin der Marco W.* Ja, eh, ich habe da ein Problem [...] Ich habe meine Mutter umgebracht, gerade vor ein paar Minuten...» Mit diesen Worten meldete sich der damals 20-jährige Marco bei der Luzerner Polizei. Wenig später fuhren in Emmenbrücke Polizei und Ambulanz vor. Für die 59-jährige Frau und Mutter des Beschuldigten kam jedoch jede Hilfe zu spät.

48 Stich- und Schnittverletzungen

Der Vorfall ereignete sich Anfang April des vergangenen Jahres in der gemeinsamen Wohnung von Mutter und Sohn. Die Luzerner Staatsanwaltschaft beschreibt die Ereignisse wie folgt: Um ca. 13 Uhr holte der Beschuldigte ein Küchenmesser aus der Besteckschublade. Er ging damit ins Badezimmer und stach seiner Mutter in den Rücken. Insgesamt wurden 48 Stich- und Schnittverletzungen festgestellt. Er habe so lange weitergemacht, bis er das «Gefühl hatte», dass seine Mutter tot war, wurde der Beschuldigte später zitiert.

Marco W. hat den Sachverhalt vollumfänglich gestanden. Als Motiv gab er an, dass ihm eine innere Stimme am Morgen des Vortags nach dem Aufstehen gesagt habe, er müsse seine Mutter töten. Auch sei für ihn klar gewesen, dass er dies mit einem Messer machen müsse. Als er tags darauf in der Küche und seine Mutter im Badezimmer gewesen sei, habe er gewusst, dass dies der Moment sei, wo er dies tun müsse.

Beschuldigter ist schuldunfähig

Der Beschuldigte Marco W. wird für seine Tat, der vorsätzlichen Tötung, vermutlich nicht bestraft werden können. In einem Gutachten wird der kroatische Staatsbürger für schuldunfähig erklärt. Demnach litt er zur Tatzeit an einer akut exazerbierten schizophrenen Psychose. Der Gutachter hält es laut Anklageschrift für zwingend notwendig, dass Marco W. angesichts seiner andauernden schizophrenen Psychose im Rahmen einer stationären therapeutischen Massnahme behandelt wird.

Die Verhandlung des Falles findet heute Dienstag am Luzerner Kriminalgericht statt.

*Name von der Redaktion geändert

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Quelle: brk News

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 8. Juni 2021 05:38
aktualisiert: 7. Juni 2021 16:25