Täter auf der Flucht

Nach Bankomatensprengung Luzern: «Das ist eine neue Dimension»

21. Dezember 2021, 17:59 Uhr
In der Nacht auf Dienstag haben unbekannte Männer im Bahnhof Luzern einen Bankomaten gesprengt. Eine Sprengung inmitten der Stadt Luzern, ohne Rücksicht auf Personen, welche verletzt werden könnten: «Das ist eine neue Dimension», sagt ein ehemaliger Kriminalkommissar.

Quelle: CH Media Video Unit / Melissa Schumacher

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Bis jetzt gab es Bankomatensprengungen oft in kleineren Dörfern, abgelegenen Orten oder Grenzgebieten. Eine Sprengung inmitten der Stadt Luzern ist etwas Neues, wie der ehemalige Kriminalkommissar Markus Melzl sagt: «Das ist eine neue Dimension. In der Stadt ist das Risiko gross, dass andere Personen verletzt werden und nicht nur der Bankomat beschädigt wird.»

Was bisher geschah 

Unbekannte Täter haben in der Nacht auf Dienstag am Bahnhof Luzern einen Bankomaten gesprengt, wie die Luzerner Polizei am Vormittag in einer Mitteilung frühere Vermutungen bestätigte. Danach flüchteten sie auf Rollern. Vor der Flucht versuchten zwei Mitarbeitende einer Sicherheitsfirma die Täter aufzuhalten: «Die Personen der Sicherheitsfirma versuchten die mutmasslichen Täter zurückzuhalten, was ihnen jedoch nicht gelang. Es kam zu einer kleinen Kampfszene. Dadurch verletzte sich eine Person der Sicherheitsfirma an der Schulter», so Christian Bertschi, Chef Kommunikation der Luzerner Polizei.

Die vier mutmasslichen Täter flohen gemäss der Polizei auf zwei Motorrädern. Die eingeleitete Fahndung blieb bisher ohne Erfolg. Die Polizei sucht Zeugen. Die Männer waren dunkel gekleidet und maskiert.

Personen, die Hinweise zum Raubüberfall machen können, werden gebeten, sich bei der Luzerner Polizei zu melden, Telefonnummer: 041 248 81 17.

Bilder der Täterschaft

Im Kanton Luzern gab es schon lange keine Bankomatensprengung mehr. Nicht so in anderen Kantonen. So sagte Christian Bertschi: «Wir haben mitbekommen, dass es in anderen Kantonen zu solchen Sprengungen gekommen ist. Selbstverständlich schauen wir bei den Ermittlungen über die Kantonsgrenze hinaus.»

Zum Delikts- und Schadensbetrag kann die Luzerner Polizei derzeit noch keine Angaben machen. Dies, weil sie zuerst mit der Bank selbst abklären muss, wie viel Geld sich im Automaten befunden hat.

Verschiedene Spezialeinheiten vor Ort

Der Grosseinsatz der Polizei lief seit ca. 3 Uhr nachts, wie der Kommunikationsverantwortliche der Luzerner Polizei, Christian Bertschi, gegenüber PilatusToday und Tele 1 sagte. Eine automatische Anlage habe in der Nacht einen Alarm ausgelöst. Lange war dabei unklar, ob es sich dabei um Gas oder Sprengstoff handelte.

Für die Aufklärung des Falles waren verschiedene Spezialeinheiten vor Ort. Im Einsatz standen nebst Einsatzkräften und Spezialisten der Luzerner Polizei auch Angehörige des Rettungsdienstes, der Feuerwehr Stadt Luzern, vom fedpol, des Forensischen Institutes Zürich, und der Transportpolizei.

Das sagte der Mediensprecher der Luzerner Polizei um 6 Uhr

Quelle: PilatusToday

Wegen des Polizeieinsatzes war der Bahnhof Luzern während Stunden gesperrt, Christian Bertschi: «Als wir vor Ort kamen, wussten wir nicht, welche Substanzen bei der Sprengung verwendet wurden. Deshalb mussten wir den ganzen Bahnhof absperren.» Dementsprechend brauchten vor allem Zug-Pendler am Morgen viel Geduld. Es wurden zwar Ersatzbusse organisiert, bis jedoch die Züge wieder fuhren, wurde es beinahe 7 Uhr.

(kra/mbi)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 21. Dezember 2021 05:31
aktualisiert: 21. Dezember 2021 17:59