Luzerner Gastronomie

Nachfolge für Quartierbeiz gesucht: «Die Kneipe» steht vor einem Wechsel

9. September 2022, 12:56 Uhr
Nach sieben Jahren haben Irène Bergmans und Claudia Egli neue Pläne und verkaufen Beiz sowie Inventar. Ein Stück Quartiergeschichte wird sich damit ändern.
Irène Bergmans und Claudia Egli in ihrer «Kneipe». Bis zum Wechsel wirten sie weiter im Bruch-Quartier an der Klosterstrasse.
© Luzerner Zeitung
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«Die Kneipe» im Luzerner Bruch-Quartier ist längst mehr als eine Quartierbeiz. Die beiden Inhaberinnen, Gastgeberin Irène Bergmans (65) und Küchenchefin Claudia Egli (58), haben eine treue Stammkundschaft aus nah und fern, schreibt die «Luzerner Zeitung». Aber jetzt ist eine Änderung angesagt, sie suchen eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger. Warum gerade jetzt? Irène Bergmans lacht und sagt: «Ich gehe in Pension und freue mich jetzt schon, Zeit für irgendetwas zu haben.»

Und Claudia Egli, was sind ihre Pläne? «Dem Kochen bleibe ich treu. Ich werde zu Hause mein Catering weiterführen, biete dort in schönster Umgebung Apéros für Hochzeiten und Geschäftsanlässe an», sagt sie. Den Frauen war vom Start an klar: Sie führen «Die Kneipe» nur gemeinsam. Ein Alleingang sei für keine der beiden je eine Option gewesen.

Die Frauen sind ein eingespieltes Team. Mit viel Herzlichkeit und Kreativität verwöhnen sie ihre stetig wachsende Gästeschar. «Wir konnten schon bald auf 300 regelmässige Gäste zählen», erzählt Bergmans. Heute seien es an die 500. Geschätzt werden die einfachen Menus, die zu fast 100 Prozent vegetarisch sind, genauso wie die Apérohäppchen oder das selbstgebackene Brot. «Wer hier startet, kann auf eine treue Kundschaft zählen und sofort starten», sagt Claudia Egli. Und sowohl Küche als auch Ambiente fanden im Gastroführer «Aufgegabelt», der sympathischen Alternative zum «Gault-Millau», eine lobende Erwähnung.

Ohne Schnörkel, dafür mit Charme

«Die Kneipe» ist jeweils von Dienstag bis Samstag von 9 bis 22 Uhr geöffnet. Bei Festen oder dem legendären und monatlich stattfindenden Karaoke-Anlass läuft der Betrieb bis Mitternacht. Für die beiden Frauen sind das lange Arbeitstage. In den kälteren Monaten, den «goldenen Zeiten», wie sie es nennen, werden sie von der ehemaligen «Storchen»-Wirtin und jetzigen Hochdorfer Buvettebetreiberin Regula Schurtenberger unterstützt.

Im 2016 starteten Irène Bergmans und Claudia Egli und konnten mit ihrem Konzept schnell bei den Gästen punkten. Doch dann kamen die zwei Jahre mit der Pandemie und die hätten sie beinahe ausgebremst. Mit der Sammelaktion «Rettet die Kneipe», die Irènes Sohn Samuel startete, konnten sie sich über Wasser halten. Aktuell laufe es gut, sie seien zufrieden.

Und wie sehen sie die Zukunft ihrer Quartierbeiz? «Die Basis ist gegeben, wir haben viel Stammpublikum, eine gute Lage in einem spannenden Quartier und es hat Platz für etwas Neues, das ist optimal für einen Neustart», sind sich Irène Bergmans und Claudia Egli einig. Bis die Nachfolge gefunden ist, werden sie an der Klosterstrasse weiter wirten

(Sandra Monika Ziegler)

Quelle: Luzerner Zeitung
veröffentlicht: 10. September 2022 10:55
aktualisiert: 10. September 2022 10:55