Unwetter

Neue Schläuche sollen die Stadt Luzern besser vor Hochwasser schützen

16. Juni 2022, 13:00 Uhr
400 Meter lang ist das neue Deichsystem, das Luzern am Mittwoch von einer Versicherung kostenlos erhalten hat. Es ergänzt das alte Beaversystem, welches seit 2005 im Einsatz ist.
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Quelle: Tele 1

Wenig erinnerte am Mittwochnachmittag an den verregneten Sommer des vergangenen Jahres. Strahlend blauer Himmel und knapp 30 Grad lockten die Luzernerinnen und Luzerner in den Vierwaldstättersee oder an die Glacestände – Abkühlung war angesagt.

Einzig eine Präsentation an der Reuss bei der Jesuitenkirche brachte die Erinnerung zurück, wie langandauernder Niederschlag vor gut einem Jahr Teile der Stadt zu überschwemmen drohte. Es ging dabei um mobilen Hochwasserschutz. Die Mobiliar-Versicherung übergab der Feuerwehr Stadt Luzern gratis ein neues mobiles Deichsystem, wie die «Luzerner Zeitung» schreibt.

Feierliche Übergabe eines jener Kupplungsschlüssel, mit dem die Deiche verbunden werden: (v.l.n.r.) Toni Lötscher, Generalagent Mobiliar Luzern, Theo Honermann, Kommandant Feuerwehr Stadt Luzern, Thomas Trachsler, Leiter Versicherung Mobiliar Schweiz und Martin Merki, Sozial- und Sicherheitsdirektor Stadt Luzern.

© Stadt Luzern

Vor grösserer Katastrophe verschont geblieben

Mit von der Partie waren Martin Merki, Sozial- und Sicherheitsdirektor der Stadt Luzern, Feuerwehrkommandant Theo Honermann sowie Vertreter der Versicherung. Merki hielt fest, die Stadt Luzern sei vor einem Jahr vor einer grösseren Katastrophe verschont geblieben. Er bedankte sich auch bei der Mobiliar: «Das Geschenk ist eine wertvolle Ergänzung zum Beaverschutzsystem, das auch letztes Jahr sehr gute Dienste leistete.»

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Quelle: PilatusToday

Das neue Schlauchsystem soll das bisherige sogenannte Beaversystem ergänzen, welches seit 2005 auf der linken Reussseite zum Einsatz kommt und im Prinzip gleich funktioniert wie das neue System der Mobiliar. Dieses besteht aus modularen, gut 34 Meter langen Schutzdämmen, kann total 400 Meter abdecken – und wird in einem mobilen Container aufbewahrt. Die Elemente werden bei Hochwassergefahr mit Wasser gefüllt und der Reuss oder dem Seeufer entlang aufgestellt. Damit soll das Wasser unter Kontrolle gehalten und abgeleitet werden.

Das neue System hat laut Merki diverse Vorteile gegenüber den Sandsäcken, die vor einem Jahr auf der Altstadtseite der Reuss verwendet wurden. Es könne mit geringem Aufwand aufgebaut werden, es sei sicher, könne leicht repariert werden und sei wegen des Wassers in den Schläuchen schwer und somit sehr stabil.

Künftig können beide Seiten der Reuss mit diesen Schläuchen geschützt werden, wobei die älteren Beaverschläuche auf der Altstadtseite zum Einsatz kommen sollen, die neuen «Mobiliar»-Schläuche auf der Neustadtseite entlang der Bahnhofstrasse.

Eine «Win-win-Situation»

Auch Feuerwehrkommandant Theo Honermann zeigte sich angetan vom neuen System, welches von etwa einem Dutzend Personen innert zwei Stunden aufgestellt werden könne, und erklärte: «Es ist nicht alltäglich, dass die Feuerwehr beschenkt wird.»

In der Tat hat laut Martin Merki der Stadtrat das Geschenk beraten und entschieden, es anzunehmen. Es sei eine «Win-win-Situation». Dies mit Hinblick auf die Stadt, die ein Geschenk für die öffentliche Sicherheit erhält und die Mobiliar, die damit künftige Schadenfälle verhindern oder zumindest eindämmen will.

Der Feuerwehrkommandant fügte hinzu, dass man es in Zukunft wohl mit mehr Schadenfällen und grösseren Wassermengen zu tun haben werde. «Das bedeutet für die Feuerwehren auch, dass sie mehr Schutz- und Einsatzmaterial brauchen.»

Platz finden wird der Container mit den neuen Schläuchen in der Feuerwache Kleinmatt beim Werkhof des Strasseninspektorats der Stadt Luzern. Das Deichsystem ist aber nicht einzig für die Stadt Luzern reserviert. Auch andere Gemeinden sollen bei Bedarf auf die Schläuche zurückgreifen können.

So war die Lage vor einem Jahr

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Quelle: Tele 1

Quelle: Luzerner Zeitung
veröffentlicht: 15. Juni 2022 20:39
aktualisiert: 16. Juni 2022 13:00
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