«Niemand wird zur Theaterlaufbahn gezwungen.»

4. Dezember 2019, 06:11 Uhr
Luzerner Kantonsparlament diskutiert die tiefen Löhne am Theater
© Boris Macek
Luzerner Kantonsparlament diskutiert die tiefen Löhne am Theater

Am Luzerner Theater liegt die Mindestgage für Schauspieler derzeit bei 3'800 Franken. Diese Löhne haben gestern im Kantonsparlament für Diskussionen gesorgt. Grüne und SP kritisierten in einem Vorstoss, dass diese tiefen Löhne in keinem Verhältnis stünden zum immensen Aufwand, welchen die Künstlerinnen und Künstler für ihren Beruf betreiben.

Die Luzerner Regierung stellte nicht in Abrede, dass die Löhne am Luzerner Theater tief seien. Sie hält es aber für unnötig, dass der Kanton eingreift. Urban Frye von den Grünen wies darauf hin, dass diese Löhne unter dem Existenzminimum einer Familie mit zwei Kindern liegen. Er erklärte, dass der Kanton als grösster Geldgeber eine besondere Verantwortung gegenüber dem Personal habe.

"Die Löhne sind in der Tat nicht fürstlich."

Regierung und Kantonsparlament stimmten dieser Einschätzung zu. Bildungsdirektor Marcel Schwerzmann sagte: «Die Löhne am Luzerner Theater sind in der Tat nicht fürstlich.» Es gebe aber Gesamtarbeitsverträge, und diese würden eingehalten. Weiter wies Schwerzmann darauf hin, dass das Theater eine privatrechtliche Stiftung ist und vom Stiftungsrat und nicht von der Regierung geführt werde. Das Luzerner Theater erhält vom Zweckverband Grosse Kulturbetriebe jährlich rund 20 Millionen Franken an Subventionen.

Auf bürgerlicher Seite argumentierte man mit dem Markt. Gaudenz Zemp von der FDP erkannte zwar, dass die Löhne beispielsweise von Ballett-Tänzern sehr tief sind, meinte aber: «Keines der Ensemblemitglieder ist zu seiner Laufbahn am Theater gezwungen worden.»

 

 

veröffentlicht: 4. Dezember 2019 05:15
aktualisiert: 4. Dezember 2019 06:11