Luzerner Kantonsgericht

Opfer aufwendig in die Irre geführt: Deutscher zu 7 Jahre Haft verurteilt

11. März 2022, 09:55 Uhr
Ein deutscher Staatsangehöriger soll während acht Jahren mehrere Personen sowie Firmen um rund neun Millionen Franken betrogen haben und lebte dafür in Saus und Braus. Das Luzerner Kantonsgericht verurteilt den Mann zu sieben Jahren Gefängnis.
Das Luzerner Kantonsgericht verurteilt einen Betrüger zu sieben Jahren Gefängnis.
© KEYSTONE/URS FLUEELER

Der Beschuldigte aus Deutschland sei bei seinen Betrügereien systematisch und professionell vorgegangen, schreibt das Luzerner Kantonsgericht in der schriftlichen Begründung zum Urteil. So habe er sich auf finanzstarke Einzelpersonen fokussiert, zu denen er in aufwendiger Weise ein Vertrauensverhältnis aufbaute. Er habe die Personen dann gezielt in die Irre geführt und sie zu Geldzahlungen in eine seiner Gesellschaften überredet.

Falsche Angaben zu Vermögen

Die eingezahlten Beträge – alles in allem rund neun Millionen Franken – brauchte er für private und geschäftliche Zwecke. Er habe gemäss Gericht nicht aus finanzieller Not gehandelt, sondern um seinen luxuriösen Lebensstil zu finanzieren. «In mehreren Fällen bediente sich der Beschuldigte eines undurchsichtigen internationalen Gesellschaftsgeflechts und komplexer Vertragswerke, um seine wahren Absichten zu verschleiern und sein Vorhaben als seriös aussehen zu lassen», schreibt das Gericht weiter.

Der Mann hat gemäss Gericht zwei Autohandelsgesellschaften betrogen und auch einen Pfändungsbetrug begangen. Dabei habe er dem Betreibungsbeamten vorsätzlich falsche Angaben zu seiner Vermögenssituation gemacht. Er legte es gemäss Urteil des Kantonsgerichts systematisch darauf an, seine finanzielle Situation gegenüber den Behörden und den Gläubigern zu verschleiern und falsch darzustellen.

Gefängnis und 7 Millionen Franken Zahlung

Das Kantonsgericht spricht den Beschuldigten zudem der Veruntreuung zum Nachteil einer Leasinggesellschaft schuldig. Der Beschuldigte wusste, dass ihm das Fahrzeug von der Leasinggeberin bloss anvertraut worden war und er nicht frei darüber verfügen durfte. Trotzdem veräusserte er das Leasingfahrzeug ohne Einverständnis der Leasinggeberin und ohne dieser den Restwert des Fahrzeugs zu bezahlen.

Das Kantonsgericht verurteilt den Beschuldigten zu einer unbedingten Haftstrafe von sieben Jahren. Der Beschuldigte wird zudem zur Leistung einer Ersatzforderung von knapp 7 Millionen Franken an den Staat verpflichtet.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Es kann mit Beschwerde in Strafsachen innert 30 Tagen beim Bundesgericht angefochten werden.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 11. März 2022 09:43
aktualisiert: 11. März 2022 09:55
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