Nach homophober Aussage

Pride Zentralschweiz lädt FCL ein – dieser kann nicht teilnehmen

17. August 2022, 20:00 Uhr
Nach der homophoben Aussage des Fussballspielers Marius Müller vom FC Luzern, lädt der Verein Pride Zentralschweiz die Mannschaften und den Vorstand ein, an der Demonstration vom 3. September in Luzern mitzulaufen.
Nach der homophoben Aussage des Profispielers Marius Müller vom FC Luzern zeigt sich der Verein Pride Zentralschweiz enttäuscht

«Schwules Weggedrehe», mit dieser Bemerkung enttäuschte der Torhüter des FC Luzern die Pride Zentralschweiz. Homosexualität wird mit Schwäche und Feigheit gleichgesetzt, heisst es in einer Medienmitteilung. Ein grobes Foul, findet der Verein Pride Zentralschweiz.

Interview mit Marius Müller vom 13. August

Quelle: PilatusToday/Andreas Wolf

Doch wichtiger als blosse Solidaritätsbekundungen nach einem Fehltritt sei die Bereitschaft, auf Menschen zuzugehen und von ihnen zu lernen. Die vom Club-Präsidenten inzwischen angekündigten Massnahmen seien deshalb zu begrüssen.

Zusätzlich lädt der Verein «Pride Zentralschweiz» die Mannschaften und den Vorstand des FCL ein, an der Pride-Demonstration vom 3. September 2022 in Luzern mitzulaufen.

Pride Zentralschweiz bleibt hoffnungsvoll

«Wir erhoffen uns, dass die Spielenden und das Präsidium am Demonstrationsumzug teilnehmen, um zu zeigen, dass die Vereinspolitik wirklich offen ist», so Christian Sprenger, Präsident der Pride Zentralschweiz. «Vielleicht sind nicht alle Spieler der 1. Mannschaft verfügbar, aber der FCL hat mehrere Mannschaften, die ebenfalls herzlich eingeladen sind.» Zumindest wäre es schön, vom Präsidium ein Statement zu bekommen, wann und wer kommt und falls nicht, wieso niemand kommt, so Sprenger weiter.

FCL beteiligt sich nicht an öffentlichen Demos

«Wir haben uns über die Einladung der ‹Pride Zentralschweiz› gefreut und haben uns umgehend mit den Organisatoren in Verbindung gesetzt», sagt Markus Krienbühl, Medienverantworlicher des FC Luzern auf Anfrage von PilatusToday und Tele1.

Da für den FC Luzern am darauffolgenden Tag jedoch ein Meisterschaftsspiel ansteht, werde es für die 1. Mannschaft nicht möglich sein, an der Pride anwesend zu sein. «Zudem hat es der Club in der Vergangenheit so gehalten, dass er sich bei öffentlichen Demonstrationen nicht beteiligt hat. Dies wird auch zukünftig so gehandhabt werden», so Krienbühl. Während des Gesprächs mit dem Verein «Pride Zentralschweiz» hätten sie jedoch vereinbart, sich zeitnah erneut auszutauschen.

Nach 17 Jahren kommt die Pride mit dem Motto «Mini Schwiiz, mini Zentralschwiiz, Mini Pride»  wieder nach Luzern. Am Samstag 3. September findet der Demonstrationsumzug statt.

(zev)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 17. August 2022 18:39
aktualisiert: 17. August 2022 20:00
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