Verschmutztes Trinkwasser

Proberesultate geben Hoffnung – so läuft die Entnahme ab

5. August 2022, 17:47 Uhr
Die Anwohnerinnen und Anwohner im Luzerner Gebiet Langensand-Matthof müssen weiterhin geduldig bleiben. Das Wasser muss weiterhin abgekocht werden. Aktuell werden laufend Wasserproben genommen. Wie das funktioniert, siehst du im Video.
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Quelle: PilatusToday / Anita von Rotz

An insgesamt fünf Standorten wurden die Zapfstellen für die Anwohnerinnen und Anwohner installiert. Ab Freitagmittag, 12 Uhr, sind sie in Betrieb, teilt der städtische Wasserversorger ewl vor den Medien mit.

Die Standorte findest du hier:

Eine Woche nachdem die Verschmutzung festgestellt wurde, konnte die ewl heute noch keine Entwarnung geben. Das Wasser muss weiterhin abgekocht werden.

Es sei das erste Mal seit 20 Jahren, dass es in der Stadt Luzern eine Trinkwasserverschmutzung gebe. Bei der Verunreinigung handelt es sich um Milchsäurebakterien. Betroffen sind rund 3000 Personen in 600 Haushalten.

Diese Region ist vom verschmutzten Trinkwasser betroffen.

Die ewl Energie Wasser Luzern AG hatte am 30. Juli bekannt gegeben, dass das Trinkwasser bakteriell verunreinigt sei. Im Video erzählt eine Betroffene, wie es ihr ergeht.

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Quelle: PilatusToday / Anita von Rotz

Hoffnungsvolle Proberesultate

Aktuell würden laufend Wasserproben entnommen, so Patrik Rust, Vorsitzender der Geschäftsleitung ewl. Zwar konnte die Herkunft der Wasserverunreinigung noch nicht lokalisiert werden, es bestünden aber Vermutungen. «Wir gehen von drei Strassen aus, diese haben wir bereits komplett vom Trinkwassernetz getrennt.»

Die Proberesultate seien hoffnungsvoll. «Es gibt immer weniger Befunde mit Anzeichen auf eine Wasserverunreinigung.» Da es sich jedoch ausschliesslich um Vermutungen handle, würden laufend weitere Wasserproben entnommen, so Rust. Wie die Proben entnommen werden, siehst du oben im Video.

Zwei Bakteriengruppen gefunden, die nicht ins Trinkwasser gehören

Bei den Wasserproben aus dem Gebiet Langensand-Matthof habe das Labor zwei Bakteriengruppen gefunden, die gemäss Lebensmittelrecht nicht im Trinkwasser vorhanden sein dürfen. Nun werden diese Bakterien im Labor näher untersucht.

Sind die Proben im Labor angekommen, werden sie auf kleinen Platten verteilt. «Darauf sind Stoffe vorhanden, die bestimmte Bakterien zum Wachsen bringen sollen», erklärt der Luzerner Kantonschemiker, Silvio Arpagaus. «Sind die Bakterien nach 24 bis 72 Stunden tatsächlich gewachsen, wissen wir, dass weitere Bakterien im Wasser vorhanden sind. Die Probe müssen wir somit näher unter die Lupen nehmen.»

50 Mitarbeitende arbeiten an diesem Fall

«Für den Unmut und die Unsicherheiten der Bevölkerung habe ich vollstes Verständnis», so Patrik Rust von der ewl. Rund 50 Mitarbeitende arbeiten täglich an diesem Fall. «Sobald die Lebensmittelsicherheit wiederhergestellt ist, werden wir die Bevölkerung laufend informieren.»

(zva)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 5. August 2022 11:25
aktualisiert: 5. August 2022 17:47
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