Gemeindefinanzen

Rechnung von Kriens fällt besser als erwartet aus

20. April 2022, 12:03 Uhr
In der Stadt Kriens geht ein turbulentes Finanzjahr 2021 etwas besser zu Ende als veranschlagt. Von einer nachhaltigen Entspannung könne aber nicht die Rede sein, teilte die Stadtregierung am Mittwoch mit.
Die Verwaltung von Kriens LU hat sich 2021 ans Budget gehalten. (Archivaufnahme)
© KEYSTONE/URS FLUEELER

Das Budget der Stadt Kriens war 2021 zwei Mal gescheitert: Die Stimmberechtigten lehnten die Vorlage im Januar ab, nachdem sie mit dem Referendum bekämpft worden war. Eine zweite Fassung scheiterte im April bereits im Einwohnerrat. Der Voranschlag wurde vor allem wegen der darin enthaltenden Steuerfusserhöhung von 1,9 auf 2,0 Einheiten abgelehnt.

Es war dann am Kanton, im Mai das Budget für die Stadt Kriens festzusetzen. Die Kantonsregierung verordnete eine Steuerfusserhöhung von 1,9 auf nur 1,95 Einheiten – zum Unverständnis des Stadtregierung, der an einem Steuerfuss von 2,0 Einheiten festhalten wollte.

Bei einem Aufwand von 204,7 Millionen Franken und einem Ertrag von 203,7 Millionen Franken resultierte 2021 ein Aufwandüberschuss von 1,0 Millionen Franken. Budgetiert war ein Fehlbetrag von 1,1 Millionen Franken. Diese Verbesserung stelle der Stadtverwaltung ein gutes Zeugnis aus, teilte die Krienser Stadtregierung mit.

Bevölkerungswachstum zahlt sich nicht aus

Die Steuererträge fielen mit 89,6 Millionen Franken um 2,2 Millionen Franken höher aus als budgetiert. Zugelegt haben die Unternehmenssteuern, bei den Steuern der natürlichen Personen musste Kriens einen Rückgang hinnehmen. Dies stehe im Widerspruch zur steigenden Bevölkerungszahl, teilte Kriens mit.

Während des budgetlosen Zustandes musste Kriens die Investitionen stark zurückfahren. Netto investierte die Stadt 3,8 Millionen Franken statt 8,1 Millionen Franken. Der Selbstfinanzierungsgrad schnellte von 104 Prozent auf 271 Prozent empor. Die Nettoschuld pro Einwohner ging von 4670 Franken auf 4264 Franken zurück, liegt aber noch immer deutlich über dem Richtwert von 970 Franken.

Die Stadtregierung beurteilt die finanzpolitischen Aussichten «verhalten positiv». Allerdings war auch der Start ins 2022 schwierig. Im Februar lehnten die Stimmberechtigten die Einführung der Erbschaftssteuer für direkte Nachkommen ab. Zudem musste die Stadtregierung Kritik an verschiedenen Sparmassnahmen einstecken.

2022 wird Kriens erstmals nicht Gelder in den kantonalen Finanzausgleich einzahlen, sondern beziehen. Diese Rolle als Nehmergemeinde entspreche nicht dem Selbstverständnis der Stadt Kriens, hält die Stadtregierung fest. Die aktuelle Situation sei «belastend».

Eine erneute Steuerfusserhöhung ist für die Regierung nicht vom Tisch. Ein entsprechender Entscheid werde im Budgetprozess für 2023 gefällt, teilte sie mit.

Quelle: sda
veröffentlicht: 20. April 2022 12:03
aktualisiert: 20. April 2022 12:03
Anzeige