Bierverkauf trotz Lockdown

Rothenburger Beizerin wehrt sich gegen Geldstrafe

26. Oktober 2020, 14:43 Uhr
Sie habe während des Lockdowns Gäste auf der Terasse der «Fläckebar» in Rothenburg bedient. Doch gegen diesen Vorwurf der Luzerner Staatsanwaltschaft wehrt sich Beizerin Sarina Conti. Wie Zentralplus berichtet, zieht Conti den Fall vor Gericht.
Bier unerlaubt ausgeschenkt? Rothenburger Beizerin wehrt sich gegen Geldstrafe.(Symbolbild)
© iStock

Bereits im April war es für die Gastronomen der Schweiz schwierig: Wegen des Lockdowns waren viele Betriebe komplett geschlossen. Wie viele andere suchte auch Sarina Conti, die Geschäftsführerin der «Fläckebar» in Rothenburg, nach Möglichkeiten, um dennoch den einen oder anderen Franken zu verdienen. Die 26-Jährige bot ihren Gästen deshalb verschiedene Getränke und Hot Dogs zum Mitnehmen an. Wie «Zentralplus» berichtet, konnte man seine Bestellung durch ein Fenster abgeben.

Essen und Trinken durfte man aber nicht vor Ort. Die Terrasse der Bar war gesperrt. Die meisten nahmen ihr Getränk deshalb mit, um auf einem Plätzchen auf der anderen Strassenseite mit den Plastikbechern anzustossen.

Polizei vor der Tür

Am 6. April 2020 kamen aber nicht nur durstige und hungrige Passenten vorbei, sondern auch die Polizei. Diese wirft der Beizerin vor, Sie habe auf der Terrasse zwei Gäste bedient und ihnen Bier in einem Plastikbecher ausgegeben. Damit habe sie klar gegen die Covid-Verordnung verstossen.

Dieser Verstoss könnte teuer werden für Sarina Conti: Die Luzerner Staatsanwaltschaft will sie zu einer Geldstrafe von 1'500 Franken auf Bewährung verurteilen. Damit nicht genug. Conti soll zudem eine Busse von 1'000 Franken bezahlen - und zwar sofort.

Vorwürfe stimmen nicht

Doch gegen diese Verurteilung wehrte sich die Beizerin der «Fläckebar» heute Morgen am Bezirksgericht Hochdorf und zieht den Fall weiter. Sie bestätigt zwar, dass zwei Personen auf der Terasse waren. Doch seien es keine Gäste gewesen und das Bier hätten sie auch nicht aus der «Fläckebar» bekommen. Laut Conti habe sie den beiden sogar gesagt, dass sie die Terasse verlassen müssen. Dass die Polizei genau in dem Moment kam, als mehrere Personen auf der Terasse waren, sei «blöder Zufall» gewesen.

Nicht bereit, Busse zu zahlen

Sie habe alles dafür gemacht, um sich an die geltenden Massnahmen zu halten. Die Räumlichkeiten seien für die Gäste geschlossen gewesen, bedient wurde nur durchs Fenster. Sarina Conti ist deshalb auch nicht breit, die hohe Busse zu bezahlen. Wie Sie gegenüber «Zentralplus» weiter sagte, wisse Sie auch nicht, wie Sie die Busse begleichen könnte. Die Busse entspreche rund der Hälfte Ihres monatlichen Netto-Einkommens.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 26. Oktober 2020 14:46
aktualisiert: 26. Oktober 2020 14:46
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