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Luzerner Testcenter

Schärfere Regeln: «Das ist einfach nur Schikane»

Anita von Rotz, 12. November 2021, 16:02 Uhr
Ab nächsten Dienstag, 16. November, dürfen im Kanton Luzern nur noch Personen mit einer medizinischen Ausbildung andere Leute testen. Zudem gibt es für negative nasale Tests kein Zertifikat mehr. Das stösst gewissen Testcenter sauer auf.
Ab Dienstag gibt es nur noch für den Nasen-Rachen-Abstrich ein Zertifikat.
© Laurent Gillieron / KEYSTONE

Es sei einfach nur Schikane, sagt Karin Bieri, welche die privaten Testcenter in Buttisholz, Hitzkirch und Dierikon finanziert. «Für mich ist die Wahrscheinlichkeit für ein falsches Resultat bei den nasalen sowie beim Nasen-Rachen-Abstrich gleich hoch. Doch es gibt Menschen, welche Angst haben vor dem Nasen-Rachen-Abstrich.» Obwohl sie die Massnahme des Kantons nicht nachvollziehen kann, werden sich ihre Testcenter an die neuen Vorgaben ab Dienstag halten.

Die Testcenter seien nun in Abklärung, ob sie die Preise für Erwachsene auch für den Nasen-Rachen-Abstrich beibehalten können (momentan kosten die nasalen Tests 15 Franken). Es komme darauf an, ob nun viel höhere Materialkosten auf die Testcenter zukommen. Für Jugendliche in Ausbildung will sie den günstigen Preis von fünf Franken sicher beibehalten, wie es ihre Aktion «Unternehmer für die Jugend» vorsieht (siehe Video unten).

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Quelle: PilatusToday

Bereits jetzt geschultes Personal im Einsatz

Die Vorgabe, dass nur noch Personen mit medizinischer Ausbildung testen dürfen, stellt für Karin Bieri kein Problem dar. In den Testcentern, welche sie finanziert, würden schon jetzt nur Fachpersonen arbeiten. Gleich tönt es auch beim Testanbieter Coronatest24, welcher in Nottwil und Luzern Tests anbietet. «Von 45 Mitarbeitenden sind 41 diplomierte Pflegefachpersonen. Die restlichen Mitarbeitenden werden für administrative Arbeiten gebraucht», sagt Co-Betreiber Christian Arnold.

Auch das Ace Cafe in Rothenburg, welches vor dem Restaurant ein Testcenter zur Verfügung stellt, hat kein Problem mit dieser Regelung. Auch sie würden nur geschultes Personal für die Tests einsetzen, sagt Geschäftsführer Dany Kunz.

Keine neuen privaten Testcenter

Die Tatsache, dass der Kanton keine neuen privaten Testcenter mehr bewilligt, findet Christian Arnold von Coronatest24 eine gute Massnahme. Bei ihnen sei die Testnachfrage bei Selbstzahlern in den letzten Wochen massiv eingebrochen und die Stimmung sei zunehmend aggressiv. Anders sieht das Karin Bieri: «Alleine im Testcenter in Hitzkirch wurden letzte Woche über 2'000 Tests gemacht. Da kann man doch nicht von einer sinkenden Nachfrage sprechen.» Für sie sei diese Massnahme nur eine Ausrede. Der Kanton wolle ihrer Meinung nach die Menschen noch mehr zum Impfen bewegen.

Zurzeit läuft die nationale Impfwoche, bei der auch der Kanton Luzern mitmacht. Mit dem Ziel, die Bevölkerung über die Impfung zu informieren und die Impfquote zu erhöhen. Am Samstag gibt es nun noch ein Konzert beim Inseli in der Stadt Luzern. Mit dabei sind da unter anderem Kunz, Stress, Mimiks und Seven.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 12. November 2021 17:22
aktualisiert: 12. November 2021 16:02