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Stadt Luzern

Schon am Montag beginnen erste Arbeiten an ehemaliger Bodum-Villa

17. April 2020, 18:30 Uhr
Erst am Donnerstag haben die neuen Besitzer der Bodum-Villen, Romano & Christen, den Kauf der beiden Stadtvillen bekannt gegeben. Nun schreibt das Architekturbüro in einer Mitteilung, dass bereits am kommenden Montag die Arbeiten an einer der Villen beginnen sollen.
In der Nacht auf Donnerstag hat eine Gruppe die Villa an der Obergrundstrasse 101 besetzt.
© Boris Bürgisser / Luzerner Zeitung

Viele Jahre passiert nichts und jetzt überschlagen sich die Ereignisse: Nach einer erneuten Hausbesetzung durch die Gruppe Gundula in der Nacht auf Donnerstag, hat das Architekturbüro Romano & Christen bekannt gegeben, dass sie die beiden Stadtvillen an der Obergrundstrasse der Bodum Land Obergrund AG abgekauft haben.

Ungeachtet der neusten Hausbesetzung soll nun am kommenden Montag mit den Arbeitsvorbereitungen für die Sanierung und den Umbau der Stadtvilla Obergrundstrasse 101 begonnen werden, heisst es in der neusten Medienmitteilung. Für dieses Gebäude liegt seit Längerem eine rechtskräftige Sanierungs- und Umbaubewilligung vor.

«Wir haben schon vor Jahren gegenüber Herrn Bodum unser Interesse an den beiden Villen signalisiert», schreibt Markus Romano. Damals aber sei die Bodum Land Obergrund AG noch zuversichtlich gewesen, ihre beiden Umbau-Projekte in der Stadt Luzern verwirklichen zu können. In den vergangenen Wochen habe sich dann ein erneuter Kontakt zwischen dem Interessenten und der potentiellen Verkäuferin ergeben. Und dann sei es recht schnell gegangen.

Grundstück soll neu beflaggt werden

Am 24. Februar soll die Beurkundung des Verkaufs bereits heimlich stattgefunden haben. Ab kommendem Montag können die neuen Besitzer ihre Parzelle auch physisch in Besitz nehmen. Und das haben sie denn auch vor: Mit der Beflaggung ihres Grundstücks und mit den Vorbereitungen zu den projektierten Bauarbeiten. «Die Hausbesetzung hat keine Auswirkungen auf die Umsetzung unseres Vorhabens», so Romano.

Die neue Besitzerin habe ein Interesse daran, die geplanten Bauarbeiten rasch umzusetzen. Weil das Haus nämlich als Erweiterung des Geschäftssitzes genutzt werden soll. «Unser bisheriges Domizil an der Horwerstrasse bleibt aber weiterhin bestehen», betont Markus Romano. Man brauche einfach dringend mehr Platz.

Komerzielle Nutzung für zweite Villa unumgänglich

Die zweite Villa sei nicht für die Eigennutzung vorgesehen. «Hier wird eine kommerzielle Nutzung unumgänglich», erwähnt Romano. Darüber, wie eine solche aussehen könnte, wolle man sich vorerst nicht entscheiden. Die erste und grosse Herausforderung sei es, aus den bestehenden Vorarbeiten ein genehmigungsreifes Projekt zu entwickeln, erklärt Romano, zeigt sich aber überzeugt: «Wir werden einen gangbaren Weg finden.»

Lösung nach mehrjährigem Knatsch

Die Bodum Land Obergrund AG hatte die beiden Grundstücke im Jahr 2013 gekauft. Sie beabsichtigte, damit Wohnraum zu schaffen und ein Design- und Servicecenter mit gleichzeitigem Unternehmenssitz für das Unternehmen Bodum in Luzern zu eröffnen.

Für die Liegenschaft Obergrundstrasse 99 war ein Abbruch mit Neubau geplant. Für die benachbarte Liegenschaft Obergrundstrasse 101 ein Umbau mit Sanierung. Doch die Verhandlungen mit den städtischen Baubehörden hätten sich in die Länge gezogen und seien unbefriedigend verlaufen, wie die Bodum Land Obergrund AG und Romano & Christen in einer Mitteilung schreiben.

Für den Umbau und die Sanierung des Hauses Obergrundstrasse 101 lag zwar schon seit einiger Zeit eine rechtskräftige Baubewilligung vor. Über die Art des Neubaus als Ersatz für das marode Haus an der Obergrundstrasse 99 aber konnten sich die Eigentümerin und die städtischen Baubehörden nie einigen.

Bei der Bodum Land Obergrund AG sei man erfreut darüber, dass die beiden städtebaulich bedeutsamen Villen in die Hände eines renommierten Luzerner Unternehmens kommen, das auf architektonische Herausforderungen spezialisiert sei.

Auch auf Seiten der Stadt zeigt sich Erleichterung: «Der bisherige Austausch war ausgesprochen positiv. Ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam eine Lösung finden», schrieb die Baudirektorin Manuela Jost auf Anfrage.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 16. April 2020 17:07
aktualisiert: 17. April 2020 18:30