Luzern

Schüler stört es, dass sie für Masken zahlen sollen

19. Juli 2020, 20:42 Uhr
An den Luzerner Schulen sollen Masken obligatorisch werden. Während die Lehrer die Masken gratis erhalten, müssen die Schüler dafür zahlen. Das stösst bei den Schülern auf Kritik.

Der Kanton Luzern plant ein Maskenobligatorium an Schulen. Je nachdem, wie sich die Corona-Fallzahlen entwickeln, gilt nach Ende der Sommerferien für 5'300 Gymnasiasten und 12'500 Berufsschüler die Maskenpflicht.

Wie die «SonntagsZeitung» berichtet, haben die Schüler Vorbehalte, auch wenn sich die Luzerner Schülerverbände offiziell mit Kritik zurückhalten. «Wir haben nichts gegen eine Maskenpflicht, wenn sich damit Ansteckungen vermeiden lassen», zitiert die «SonntagsZeitung» Salvina Kobel von der Schülerorganisation der Kantonsschule Alpenquai. «Aber wir verstehen nicht ganz, warum wir an den Schulen Masken tragen sollen, während das an anderen Orten wie Clubs nicht gilt.»

Für Lehrer gratis

Die Schutzmasken an den Schulen sind für die Lehrer gratis, die Schüler hingegen müssen dafür zahlen, wie es in dem Bericht weiter heisst. Laut Regula Huber, Leiterin Kommunikation beim Luzerner Bildungsdepartement, handle es sich bei den Masken um Schulmaterial, für welches die Schülerinnen und Schüler selber verantwortlich seien.

Dies kritisiert die kantonale Schülergewerkschaft (VLSO). Präsident Phillip Zenger begrüsst zwar die Schutzbemühungen des Kantons, dennoch sieht er nicht ein, warum die Lehrpersonen Gratis-Masken bekommen, die Schüler aber nicht.

Die Schüler haben ein Konzept für Schutzmasken erarbeitet: Alle Schülerinnen und Schüler sollen eine wiederverwendbare Maske bekommen. Dies belaste laut Zenger die nationalen Vorräte kaum, die Anschaffungskosten seien rasch amortisiert und es falle weniger Abfall an.

Oberster Schweizer Gymi-Lehrer will Gratismasken für Schüler

Eine Gratisabgabe der Maske könne nicht verlangt werden, sagt Lucius Hartmann, Präsident des Vereins Schweizerischer Gymnasiallehrerinnen und Gymnasiallehrer, gegenüber der "Luzerner Zeitung". «Aber es wäre ein gutes Signal, wenn der Staat die Kosten übernehmen und die Masken zur Verfügung stellen würde.» Dadurch könne man sicherstellen, dass nicht beispielsweise jeden Tag wieder die gleiche Maske getragen würde. «Zudem wäre die Durchsetzung der Maskenpflicht um einiges leichter.»

Auch vom Verein der Schweizer Studierendenschaften kommt der Ruf nach Gratismasken, schreibt die «Luzerner Zeitung» weiter. 

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 19. Juli 2020 09:04
aktualisiert: 19. Juli 2020 20:42