Tätowieren

Sind auch in Luzern die meisten Tattoofarben unzulässig?

Marcel Jambé, 6. August 2020, 22:04 Uhr
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Quelle: tele1

Bei einer Stichprobe von Tattoofarben aus dem Kanton Thurgau waren nur ein Viertel der Farben in Ordnung. In Luzern befürchtet man ein ähnliches Ergebnis. Dies sorgt auch in der Tattoo-Szene für Gesprächsstoff.

Vor einer Woche machte im Kanton Thurgau die Tattoo-Szene Schlagzeile. Grund dafür ist eine Untersuchung der Tattoofarben: Drei Viertel der Farben waren nicht zugelassen oder enthielten nicht deklarierte Konservierungsmittel. Die Resultate aus dem Kanton Thurgau sind ernüchternd, meint der Luzerner Kantonschemiker, Silvio Arpagaus. Es sei noch zu früh, um ein erstes Fazit zu ziehen, weil man erst kürzlich mit der Untersuchung gestartet habe. «Aber man sieht dort bereits, dass bei den Farben Verbesserungspotenzial vorhanden ist», so Arpagaus.

Er geht sogar noch weiter: «Wir gehen davon aus, dass die Resultate im Kanton Luzern vergleichbar mit jenen aus dem Thurgau sind.» Diese Untersuchungskampagne sei sehr aufwendig. Laut Silvio Arpagaus ist es wichtig, dass der Kunde auch seine Eigenverantwortung wahrnimmt. Sprich: «Dass man beim Studio nachfragt, welche Farben sie benutzen. Am besten lässt man sich dies schriftlich bestätigen, dass diese Farben in der Schweiz zugelassen sind.»

Nicht nur dem eigenen Ruf wird dabei geschadet, sondern auch dem der Berufskollegen

Die schwarzen Schafe unter den Tätowierern sind auch den Berufskollegen ein Dorn im Auge. «Solche Tätowierer sind schlecht fürs Geschäft», ärgert sich Junior Nunes, Besitzer des Tattoostudios Los Hermanos in Luzern. Diese würden nicht nur ihren eigenen Ruf zunichtemachen, sondern auch jenen der Berufskollegen. «Denn es gibt sehr viele Tätowierer, die eine sehr gute Arbeit leisten, international bekannt sind und auch Preise abräumen. Schlussendlich werden wir trotzdem alle in den gleichen Topf geworfen.» Bis jetzt habe noch nie ein Kunde nach der Deklaration der Farben gefragt, gesteht Junior Nunes.

Das Vertrauen zwischen dem Kunden und dem Tattoo-Studio ist gross. «Wir arbeiten mit ‹Tattoo collective› zusammen (Anmerkung der Redaktion: Vereinigung der Schweizer Tätowierer). Jedes Mal, wenn eine neue Farbe in der Schweiz verboten wird, werden alle Mitglieder vom ‹Tattoo collective› darüber informiert.» Diese Liste ändere sich zum Teil täglich. «Manchmal kommt eine Farbe dazu, die in ein paar Monaten wieder von der Liste verschwindet», so Nunes. Ausserdem führt das Studio eine Liste mit den Inhaltsstoffen für jede Tinte, die sie gekauft haben.

Frühestens Ende Jahr könne man ein erstes Fazit erwarten, wie die Situation im Kanton Luzern aussieht.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 5. August 2020 18:49
aktualisiert: 6. August 2020 22:04