Schweiz vs. Ukraine

So lief die Absage des Länderspiels wirklich ab

21. November 2020, 06:49 Uhr
Die Schweizer wären nach der guten Leistung gegen Spanien bestimmt bereit gewesen für das entscheidende Match gegen die Ukrainer.
© KEYSTONE/ALEXANDRA WEY
Es ist ein unschönes Kapitel der noch jungen Nations League: Wegen mehreren positiven Tests schickte der Luzerner Kantonsarzt die gesamte Ukrainische Nationalmannschaft in Quarantäne. Das wichtige Spiel gegen die Schweiz wurde abgesagt. Nun vermuten die Ukrainer ein abgekartetes Spiel.

Die Begegnung der beiden Nationalmannschaften hätte eine wegweisende sein sollen. Für die Schweizer sowie für die Ukrainer ging und geht es noch immer um den Verbleib in der obersten Liga der Nations League.

Doch kaum war die Ukrainische Nationalmannschaft in Luzern angekommen, flatterten am Montag die ersten positiven Corona-Testergebnisse rein. Die drei betroffenen Spieler waren bereits nach der 1:3-Niederlage vom Samstag in Deutschland getestet worden.

Mindestens vier Spieler waren potentiell ansteckend

Im Hinblick auf das für den 17. November angesetzte Fussballspiel ordnete die Dienstelle Gesundheit und Sport (DIGE) bei den Spielern und Staff-Mitgliedern beider Teams weitere Tests an, die bei weiteren drei ukrainischen Spielern sowie bei einem Staff-Mitglied positiv ausfielen. Wie das Luzerner Gesundheits- und Sozialdepartement mitteilt, bestand bei drei dieser Personen eine sogenannte verlängerte Positivität aufgrund einer Infektion anfangs Oktober, weshalb sie nicht mehr als ansteckend galten.

Neben den drei in Deutschland positiv getesteten Spielern musste sich aber nun auch der in der Schweiz neu positiv getestete Spieler in Isolation begeben. Wie das Departement schreibt, wurden sämtliche Spieler der ukrainischen Mannschaft (inklusive Ersatzspieler und Staff) unter Quarantäne gestellt.

Zusätzlich zu den oben erwähnten Corona-Fällen seien innerhalb der vier vorausgegangenen Tage in Deutschland weitere fünf Mitglieder der ukrainischen Fussball-Delegation positiv getestet worden. Deshalb gingen die Behörden davon aus, dass weitere Mitglieder der ukrainischen Mannschaft mit positiv getesteten Teammitgliedern in Kontakt gekommen waren und sich angesteckt haben könnten.

Rückendeckung von der UEFA

Mit dem Quarantäne-Entscheid wollte die DIGE eine «unkontrollierte Weiterverbreitung des Virus» verhindern. Die entsprechende Verfügung sei nach Rücksprache mit dem BAG und dem Vertreter des UEFA Medical Committee erfolgt. Im Anschluss daran habe die UEFA die Spielabsage ausgesprochen.

Die Ukrainer aber behaupteten am Donnerstag, nach der Heimreise sei das gesamte Team von einem UEFA-zertifizierten Labor negativ getestet worden. Die Schweiz hingegen habe Tests von Spielern und Mitgliedern der Delegation, die negative Ergebnisse erzielt hatten, verweigert.

Kanton Luzern weist Kritik weit von sich

«Das Gesundheits- und Sozialdepartement hält fest, dass die am 16. November 2020 durchgeführten Tests weder vom Kantonsarzt noch einem anderen Mitarbeitenden der DIGE vorgenommen wurden», heisst es auf Anfrage von Tele 1 und PilatusToday. Auch in die anschliessende Laboranalyse der Tests sei weder der Kantonsarzt noch ein anderer Mitarbeitender der DIGE involviert gewesen – gleiches gelte für die Wahl des auswertenden Labors.

Ob das Spiel nun nachgeholt wird, ob das Los entscheiden soll oder den Schweizern ein Forfait-Sieg geschenkt wird, ist noch unklar.

(imü)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 21. November 2020 06:49
aktualisiert: 21. November 2020 06:49