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So möchte der Kanton Luzern den Lehrerberuf attraktiver machen

Fachkräftemangel

So möchte der Kanton Luzern den Lehrerberuf attraktiver machen

29.03.2023, 21:25 Uhr
· Online seit 29.03.2023, 11:14 Uhr
Tiefe Löhne und verhaltensauffällige Kinder: Das macht in den Augen der Luzerner Lehrerinnen und Lehrer den Beruf weniger attraktiv. Der Luzerner Bildungsdirektor will dem Lehrermangel unter anderem mit einem neuen Lohnmodell begegnen.
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Wie sieht die Arbeitssituation von Lehrpersonen aus? Das wollte der Kanton Luzern mittels einer Befragung herausfinden. Mehr als 3000 Lehrer, Schulleiterinnen und ehemalige Lehrkräfte haben geantwortet.

Die Resultate, die am Mittwoch präsentiert wurden, zeigen: 73 Prozent der Befragten geben an, dass der Lohn den Lehrerberuf eher oder besonders unattraktiv macht. Luzern habe zwar hohe Einstiegslöhne, stehe danach aber im Vergleich mit anderen Kantonen schlechter da, was zu vermehrter Abwanderung der Lehrpersonen führe, erklärt Martina Krieg, Leiterin der Dienststelle Volksschulbildung gegenüber PilatusToday und Tele 1.

Lehrermangel sei ein «strukturelles Problem»

Gründe für den Lehrermangel seien neben den steigenden Schülerzahlen auch Pensionierungen und die Teilzeitarbeit. Mithilfe einer Arbeitsgruppe, die sich mit den Umfrageresultaten auseinandersetzt, sollen bis im Herbst mögliche Massnahmen und deren Kosten präsentiert werden, so der Luzerner Bildungsdirektor Marcel Schwerzmann. Nebenbei arbeite man an der Ausarbeitung des Lohnsystems.

Das heutige System, welches sich von jenem der Kantonsverwaltung unterscheidet, sei zu kompliziert. So werde etwa viel über Entlastungslektionen geregelt, zudem hätten die insgesamt 6500 Lehrerinnen und Lehrer 15'000 Verträge.

Die grösste Belastung stelle für die Lehrpersonen der Umgang mit jenen Kindern und Jugendlichen dar, die im Unterricht auffallen. Dabei würde sich ein Drittel der Befragten eine bessere Unterstützung und Begleitung wünschen. Obwohl es bereits jetzt die nötigen Strukturen gebe, sieht auch der Verbandspräsident der Luzerner Schulleitungen Luft nach oben. Vor allem, weil immer mehr verhaltensauffällige Kinder in ihre Schulkarriere starten, sollen auch Lehrpersonen mehr Erziehungsarbeit leisten: «Die Kinder und Jugendlichen müssen heutzutage einfach mehr von Lehrpersonen erzogen werden», so Krieg.

Die Pädagogische Hochschule Luzern anerkennt, dass eine Begleitung während des Berufsstarts extrem wichtig ist. Ziel sei es, im Rahmen der Schule damit adäquat umgehen zu können. Die Wiedereinführung von Kleinkassen sei aber kein Thema.

Der Lohn ist der grosse Knackpunkt

Lediglich 44 Prozent der Lehrpersonen sind gemäss Umfrage mit ihrem Lohn zufrieden. Besonders negativ sehen das jene mit den Jahrgängen 1980 bis 1994. Und nur gerade 20 Prozent sind in Bezug auf die zu erwartende Lohnentwicklung optimistisch.

Nun sollen gemäss Kanton Massnahmen folgen. Eine Arbeitsgruppe sei daran, Lösungen für die geäusserten Kritikpunkte zu finden.

(red.)

veröffentlicht: 29. März 2023 11:14
aktualisiert: 29. März 2023 21:25
Quelle: PilatusToday

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