Zunehmende Mobilität

So will man im Kanton Luzern künftige Verkehrsprobleme angehen

Marina Lampert, 2. November 2022, 11:30 Uhr
Immer mehr Leute sind auf den Strassen und Schienen unterwegs. Für die Herausforderungen gibt es im Kanton Luzern mehrere Lösungsansätze wie die Initiativen «Attraktive Zentren» und «Anti-Stau». Hier eine Übersicht.
Die Luzerner Kantonsregierung will sich einen Gesamtblick auf die Mobilität verschaffen. (Archivbild)
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Luzerner Autofahrerinnen und Autofahrer kennen das Problem. Egal um welche Uhrzeit: Rund um Luzern steht man im Stau. Auch die Züge ab Luzern sind voll. Dieser Problematik haben sich neben dem Kanton auch die beiden Parteien «Junge SVP» und die «Grüne Luzern» gewidmet. Sie lancierten in den vergangenen Jahren je eine Initiative.

Heute präsentierte die Luzerner Regierung zum einen ihren Lösungsvorschlag betreffend der Mobilitätsproblematik und zum anderen auch ihre Gegenvorschläge zu den Initativen.

Lösung Kanton: Planungsbericht Mobilität

«Wir müssen unser Mobilitätsverhalten überdenken», sagte Baudirektor Fabian Peter (FDP) kürzlich vor den Medien. Ziel der Luzerner Regierung sei es, die Luzerner Mobilitätspolitik künftig gesamtheitlich zu planen. Denn heute bestehen im Bereich Mobilität drei einzelne Planungsinstrumente: das Bauprogramm für die Kantonsstrassen, den ÖV – Bericht sowie die kantonale Veloplanung.

Um einheitlich planen zu können, schlägt der Regierungsrat dem Parlament ein neues Programm vor, welches alle Verkehrsformen miteinbezieht. In diesem Planungsbericht «Zukunft Mobilität im Kanton Luzern», kurz «Zumolu», sind grundlegende verkehrspolitische Ziele und Schritte zur Luzerner Mobilitätsplanung definiert. Die Stossrichtung soll dem Grundsatz «Verkehr vermeiden, verlagern, vernetzen und verträglich abwickeln» folgen.

So könnten die unterschiedlichen Voraussetzungen von Stadt, Agglomeration und Landschaft im Kanton Luzern berücksichtigt und die Verkehrsmittel auf der Strasse sowie auch Schiene entsprechend ihrer Stärken eingesetzt werden. Als Schlüsselprojekte bezeichnete Peter den Durchgangsbahnhof und den Bypass.

Quelle: PilatusToday / David Migliazza

Lösung Junge SVP: «Anti-Stau»-Initiative

Vor zwei Jahren forderte die Junge SVP Luzern mit der Volksinitiative «Anti-Stau» die Ergänzung des Luzerner Strassennetzes. Dem motorisierten Individualverkehr soll der nötige Raum gegeben werden, damit grossflächige Staus und Verkehrszusammenbrüche verhindert werden können. Die Initiative richtet sich daher gegen die Erstellung neuer Dosierungsanlagen, gegen Spurenabbau zugunsten des öffentlichen Verkehrs oder gegen Abbiegeverbote auf Kantonsstrassen. Ebenfalls möchte die Junge SVP mit der Initiative den volkswirtschaftlichen Schaden durch Stau reduzieren.

Die beiden Flyer der «Anti-Stau»-Initiative (oben) und der Initiative «Attraktive Zentren» (unten).

Lösung Grüne: Initiative «Attraktive Zentren»

Am 11. November 2021 reichten die Grünen und Jungen Grünen Kanton Luzern die Initiative «Attraktive Zentren» ein. Sie wollen damit auf die «grauen, lauten und gefährlichen Kantonsstrassen» aufmerksam machen und fordern siedlungsverträgliche Ortsdurchfahrten. So soll zum Beispiel mehr Platz für Fussgängerinnen und Fussgänger, mehr Velospuren und schmalere Fahrstreifen geschaffen werden – dies für mehr Sicherheit.

Auch die Aufenthaltsqualität in den Quartieren soll gefördert werden, beispielsweise mit der Begrünung und Entsieglung des Strassenraums. Dabei sollen Beton und Asphalt Grünflächen weichen.

Im November 2021 reichten die Grünen die Initiative «Attraktive Zentren» ein.

© Grüne

Meinung der Kantonsregierung:

Der Luzerner Regierung gehen die beiden Initiativen zu weit. Sie lehnt diese ab. Die Anliegen der Parteien möchte die Regierung zwar aufnehmen, aber nicht in allen Punkten. Deshalb unterbreitet sie den beiden Parteien gleichzeitig mit Zumolu je ein Gegenvorschlag.

Der Kantonsrat behandelt die beiden Initiativen sowie Zumolu voraussichtlich in der Januarsession. Erste Reaktionen gab es am Mittwoch jedoch bereits von links: So begrüssen die Grünen die Stossrichtung von Zumolu, stören sich allerdings an der Unterstützung für den Bypass. Die Initiative der Jungen SVP lehnt die Partei ab, wie auch die beiden Gegenvorschläge. Die SP unterstützt die Initiative der Grünen und sagt Nein zur «Anti-Stauinitiative» sowie deren Gegenvorschlag.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 26. Oktober 2022 16:41
aktualisiert: 2. November 2022 11:30