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Luzerner Kriminalgericht

Spielsüchtiger Pfarrer aus Küssnacht soll 3,2 Millionen Franken ergaunert haben

26. November 2021, 11:57 Uhr
Die Luzerner Staatsanwaltschaft wirft dem ehemaligen Pfarrer aus Küssnacht Betrug, Urkundenfälschung und Veruntreuung vor. Er soll Darlehen von Privatpersonen bezogen und diese nicht zurückgezahlt haben. Zudem soll er Geld von der Pfarrei veruntreut haben.
Der ehemalige Pfarrer wird wegen Betrug, Urkundenfälschung und Veruntreuung angeklagt. (Symbolbild)
© Getty

Die Staatsanwaltschaft Luzern hat einen ehemaligen Pfarrer, der in Küssnacht tätig war, angeklagt. Er wird beschuldigt, sich zwischen 2009 und 2018 Geld von Privatpersonen geliehen haben. Dabei soll er seine Stellung als Pfarrer und das damit verbundene Vertrauen missbraucht haben. Die Geschädigten hätten keine Chance gehabt, sich um die finanziellen Verhältnisse des Pfarrers zu informieren, als sie ihm Geld liehen.

Gleichzeitig soll der Pfarrer unrechtmässig Geld von den Konten der Pfarrei für private Zwecke genutzt haben. Wohin das Geld geflossen ist, konnte gemäss Staatsanwaltschaft nicht überprüft werden. Der 51-Jährige ist geständig.

Weil der erste gemeldete Geschädigte aus dem Kanton Luzern kommt, wird der Fall am Luzerner Kriminalgericht verhandelt. Es hätten sich auch Geschädigte aus anderen Kantonen gemeldet, insgesamt seien am Verfahren rund 70 Personen beteiligt. Den Deliktsbetrag beziffert die Staatsanwaltschaft auf über drei Millionen Franken.

Beschuldigter muss sich wegen Spielsucht behandeln lassen

Der Pfarrer, der viele Jahre in Küssnacht tätig war, war im Juni 2018 von seinem Amt zurückgetreten. Grund dafür waren die Schulden, die er wegen seiner Spielsucht aufgehäuft hatte. 2019 reichte er Privatkonkurs ein.

Die Staatsanwaltschaft fordert für ihn unter anderem eine Freiheitsstrafe von drei Jahren. Er wird wegen gewerbsmässigen Betrugs, mehrfacher Urkundenfälschung und mehrfacher Veruntreuung angeklagt. Zudem habe sich der Beschuldigte einer fachärztlichen Behandlung wegen Spielsucht zu unterziehen.

Für den Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung. Ein Verhandlungstermin ist noch nicht festgelegt.

(red./SDA)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 26. November 2021 10:52
aktualisiert: 26. November 2021 11:57