Kriens

Staatsanwaltschaft stellt Untersuchung gegen Imam ein

5. Mai 2020, 10:44 Uhr
Die Dar Assalam Moschee in Kriens. (Archivbild).
© Luzerner Zeitung / Dominik Wunderli
Die Staatsanwaltschaft hat die Untersuchung gegen einen Krienser Imam eingestellt. Dem Mann wurde vorgeworfen, in einer Predigt zu Gewalt aufgerufen zu haben.

Dies sei im August 2019 in der Dar Assalam Moschee in Kriens geschehen. Es sei legitim, dass ein Mann seine Frau zur Disziplinierung schlage, aber nicht aus Grausamkeit oder aus Gewalt, hatte der 39-jährige Imam gemäss der «SonntagsZeitung» gesagt.

Staatsanwaltschaft stellt Untersuchung ein

Der Beschuldigte wurde Anfang Oktober 2019 festgenommen und an seinem Wohnort kam es zu einer Hausdurchsuchung. Dabei kam nichts Nachteiliges zum Vorschein, teilt die zuständige Staatsanwaltschaft nun mit.

Nun hat die Staatsanwaltschaft die Untersuchung gegen den Imam eingestellt. Wie es in einer Mitteilung heisst, könne der Verdacht nicht rechtsgenüglich nachgewiesen werden.

Imam war freigestellt worden

Der Vorstand der Moschee hatte den Imam in der Folge freigestellt. Er begründete dies damit, dass er die Verfassungen der Schweiz und des Kantons Luzern respektiere. In der Moschee dürfe kein Hass, keine Hetze und keine Gewalt verbreitet werden. Es würden keine radikalen Prediger noch radikale Reden akzeptiert.

Der Dar Assalam Verein gehört zur Islamischen Gemeinde Luzern (IGL), der acht islamischen Vereine angehören. Seit 2005 ist die IGL im Auftrag der Vereine Ansprech- und Dialogpartner der Luzerner Muslime für Behörden, Kirchen und der Öffentlichkeit. Im Kanton Luzern leben rund 20'000 Muslime.

Als Folge des Vorfalls empfahl die IGL, künftig alle Predigten aufzuzeichnen und die Aufnahmen ein Jahr lang aufzubewahren. Zudem sollen die Gemeinden vier Personen einführen, die ständig bei Predigten dabei sind und einschreiten könnten.

Quelle: PilatusToday / SDA
veröffentlicht: 5. Mai 2020 10:04
aktualisiert: 5. Mai 2020 10:44