Würzenbachquartier

Stadt Luzern reagiert mit Massnahmen auf Hochwasser

16. September 2020, 14:42 Uhr
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Quelle: tele1

Bei einem Unwetter am 2. Juli 2020 kam es im Würzenbachquartier zu Überschwemmungen. Nun will die Stadt Luzern – in enger Zusammenarbeit mit dem Kanton – Sofortmassnahmen umsetzen.

Bereits 2015 kam es im Würzenbachquartier zu Überschwemmungen. Als Reaktion darauf wurde 2018 ein Geschiebesammler im Gerlisbergbach gebaut, um das Rückhaltevolumen des Baches zu vergrössern. Wie aus einer Medienmitteilung der Stadt Luzern hervorgeht, wurde der Bergbach damals als Hauptursache der Überschwemmung ermittelt.

Der 2018 neu gebaute Geschiebesammler Gerlisbergbach mit Korbrechen.

© oeko-b AG

Viel Niederschlag auf kleinem Raum

Auch 2020 steht der Gerlisbergbach wieder im Fokus. Die hohen Niederschlagsmengen gingen innert kurzer Zeit auf kleinem Raum nieder. In Kombination mit grossen Mengen Schwemmholz überlastete dies den Geschiebesammler. Infolgedessen gelangte das Material in den unterirdischen Bachlauf und verstopfte diesen, was im Zusammenspiel mit den auf den Strassen anfallenden Wassermassen – die das Entwässerungsnetz nicht vollständig abführen konnte – zu Überschwemmungen und Gebäudeschäden in Teilen des Würzenbachquartiers und der Haldenstrasse führte.

Schwemmholz und Geschiebe im Bachlauf des Gerlisbergbaches oberhalb des Geschiebesammlers nach dem Ereignis am 2. Juli 2020. Bei starken Niederschlägen wird dieses Material bachabwärts geschwemmt

© oeko-b AG

Sofortmassnahmen

Unmittelbar nach den Überschwemmungen haben Stadt und Kanton Sofortmassnahmen besprochen, um eine rasche Verbesserung der Situation zu erzielen. So führt die Dienststelle Verkehr und Infrastruktur des Kantons Luzern folgende Massnahmen aus:

  • Optimierung des Korbrechens zum Rückhalt des Geschiebe (Umsetzung ab dem 9. September)
  • Installation eines zusätzlichen Grobholzrechens zum Rückhalt von grobem Holz oberhalb des Geschiebesammlers (Ergebnisse und Umsetzung Herbst/Winter 2020)
  • Umbau des Einlaufbauwerkes in die unterirdische Bachleitung (Umsetzung ab dem 9. September)
  • Abklärung von Massnahmen zum Schutz der besonders betroffenen Häusergruppen
  • Klassifizierung der Niederschlags- und Materialmengen in ein historisches Ereignis, um Grundlagen für weitere Massnahmen zu erhalten (in Arbeit)

Unterirdisches, ursprünglich als Regenklärbecken konzipiertes Bauwerk an der Ecke Schädrütistrasse und Schlösslihalde. Dieses wird nun im Rahmen der Sofortmassnahmen geöffnet und für den Notfall zugänglich gemacht wird.

© Stadt Luzern

Der Bereich Siedlungsentwässerung und Naturgefahren der Stadt Luzern konnte bereits einige Sofortmassnahmen umsetzen. So wurden sämtliche unterirdische Bauwerke der Bachleitung Gerlisbergbach untersucht und neu vermessen, sowie den Zugang dazu verbessert. Defekte Einlaufschächte in der Haldenstrasse wurden inspiziert und die Reparatur und der Unterhalt von betroffenen Leitungen abgeschlossen. Bis Ende November 2020 soll die Hydraulik der Bauwerke optimiert werden und das Strasseninspektorat der Stadt Luzern will die Einlaufschächte an der Haldenstrasse – für eine Verbesserung der Abflusskapazität – ersetzen.

Nie 100-prozentige Sicherheit

«Es wird viel unternommen, um die Situation in den Griff zu bekommen», sagt Miriam Asanger, Leiterin Siedlungsentwässerung Stadt Luzern, «allerdings ist es wichtig zu betonen, dassman im Bereich der Naturgefahren nie eine 100-prozentige Sicherheit gewährleisten kann.» So würden die Sofortmassnahmen alleine die komplexe Ausgangslage im Würzenbachquartier nicht nachhaltig lösen. Aspekte der Siedlungsentwässerung sowie Naturgefahren müssten gesamtheitlich betrachtet werden und die Überarbeitung der Konzepte des Gerlisberg- und Würzenbaches müssen unter Einbezug der Strassenentwässerung an der Schädrütisrasse überarbeitet werden. (mda)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 15. September 2020 11:15
aktualisiert: 16. September 2020 14:42