Praxiskette Mein Arzt

Standort Luzern ist verlassen

11. September 2020, 08:27 Uhr
Die Praxiskette «Mein Arzt» ist zusammengebrochen. Die Patienten stehen vor verschlossenen Türen. (Symbolbild)
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Seit Freitag sitzt der Inhaber der Praxiskette Mein Arzt in Haft. Es wird ihm Betrug vorgeworfen. Auch eine Praxis in Luzern ist betroffen.

An der verschlossenen Türe der Praxis in Luzern hängt ein zweiseitiger Brief, wie «Zentralplus» schreibt. Die bisherige Ärztin sei nicht mehr an diesem Standort tätig. Dabei werden die Patienten an eine andere, relativ nahegelegene Praxis in der Stadt verwiesen, die sich um weitere Behandlungen kümmere. Wie lange die Praxis schon geschlossen ist, bleibt unklar. Der Brief datiert aber bereits vom 26. Februar 2020. Ein Anwohner teilte Zentralplus mit, dass die frühere Ärztin der Praxis «unvermittelt gegangen» sei.

So wie den Patienten in Luzern geht es aber derzeit Tausenden in der ganzen Schweiz, schreibt der «Tages-Anzeiger». Zum Unternehmen Mein Arzt gehören nämlich rund 30 Praxen in der ganzen Schweiz. Der Besitzer der Kette, der österreichische Unternehmer Christian Neuschitzer, ist kürzlich in Italien verhaftet worden. Die Zürcher Staatsanwaltschaft führt gegen ihn eine Strafuntersuchung wegen Vermögensdelikten. Sie bestätigt auf Nachfrage nur, dass eine Strafuntersuchung gegen Neuschitzer laufe.

Gemäss der Zürcher Tageszeitung sei die Lage bei der Praxiskette im August eskaliert. Zahlungsschwierigkeiten waren nicht mehr zu vertuschen. Angestellte warteten vergeblich auf den Lohn, Vermieter auf ihre Mieten. Das Unternehmen brach zusammen. In der Folge schlossen die meisten Praxen von Mein Arzt «Knall auf Fall», wie die «Aargauer Zeitung» berichtete.

Wie es mit den Praxen nun weitergeht, ist unklar.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 11. September 2020 08:27
aktualisiert: 11. September 2020 08:27