Opfer identifiziert

Stimmung in Wiggen noch immer bedrückt: Gemeinde kämpft mit Brandfolgen

05.02.2024, 16:56 Uhr
· Online seit 05.02.2024, 15:46 Uhr
Die Brandursache in Wiggen ist geklärt und die Opfer identifiziert. Am Montagvormittag kam die traurige Gewissheit: Bei den drei Opfern des Brandes handelt es sich um die drei vermissten Kinder. In der Gemeinde ist die Stimmung auch zwei Wochen nach dem Brand getrübt.

Quelle: PilatusToday / Anita von Rotz / David Migliazza

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Der 22. Januar steckt dem Gemeindepräsidenten von Escholzmatt-Marbach noch immer in den Knochen, trotzdem: «Mir geht es soweit gut. Ich konnte das Bisherige gut verarbeiten und habe das Glück, dass ich mich von solchen Ereignissen abgrenzen kann», so Beat Duss. Anders in der Bevölkerung der Gemeinde.

Nach dem Brand vor zwei Wochen im Ortsteil Wiggen sei die Stimmung noch immer bedrückt. «Selbstverständlich muss das Leben weitergehen, die tägliche Arbeit muss weitergehen. Man spürt, die Fasnacht steht vor der Tür, es geht etwas im Dorf. Und trotzdem bin ich der Meinung, dass man merkt, dass in unserem Dorf eine bedrückte Stimmung herrscht», erklärt Beat Duss weiter.

Opfer identifiziert und Brandursache geklärt

Beim Brand im Escholzmatter Ortsteil Wiggen wurden drei Leichen geborgen. Am Montagvormittag gab die Luzerner Staatsanwaltschaft bekannt, dass es sich bei den Opfern um die drei vermissten Kinder handelt. Das habe die Untersuchung der Rechtsmedizin in Zürich ergeben. Die Kinder sind vor dem Eintreffen der Rettungskräfte an einer Kohlenmonoxidvergiftung gestorben, heisst es. Sie hätten Rauchgas eingeatmet.

Zudem haben die Brandermittler die Ursache des Feuers erfasst: «Die Brandermittler haben das ganze Haus Zentimeter für Zentimeter abgesucht und versucht, alle möglichen Brandherde ausfindig zu machen», erklärt Simon Kopp, Mediensprecher der Luzerner Staatsanwaltschaft. Nun ist klar, das Feuer ist in der Küche im Hauskehricht ausgebrochen – aufgrund einer Fahrlässigkeit. «Was im Kehricht entsorgt wurde und wer dafür verantwortlich ist, muss nun weiter abgeklärt werden», so Kopp weiter.

Beitrag vom 23. Januar 2024:

Quelle: PilatusToday / David Migliazza

Grosse Solidarität

Für die betroffene Gemeinde sowie für die Familie ist es die traurige Gewissheit. «Es ist die Bestätigung dessen, was wir eigentlich schon wussten. Die Medienmitteilung ist einerseits eine Unterstützung im Prozess der Bewältigung. Nun wissen wir, was passierte, woher das Feuer kam, wie es ausgebrochen ist. Weiteres wissen wir aber noch nicht und das wirft neue Fragen auf», sagt der Gemeindepräsident Beat Duss. Dabei spricht er von der mutmasslichen Fahrlässigkeit.

Bereits kurz nach dem Brand zeigte sich die Bevölkerung der Region um Wiggen solidarisch. Die Gemeinde startete eine Spendenaktion. Gemäss Beat Duss lief diese bis jetzt gut: «Wir haben eine sehr grosse Solidarität gespürt, auch nach wie vor. Entsprechend wurde das Spendenkonto gut benutzt.» Wie viel zusammengekommen ist, will der Gemeindepräsident nicht öffentlich machen.

veröffentlicht: 5. Februar 2024 15:46
aktualisiert: 5. Februar 2024 16:56
Quelle: PilatusToday

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