Umdenken bei Krankheitsfall

Strassenumfrage zeigt: «Heute würde ich zu Hause bleiben»

31. März 2022, 18:21 Uhr
Wir Schweizerinnen und Schweizer sind dafür bekannt, dass wir trotz Grippesymptome zur Arbeit gehen. Haben die zwei Jahre Pandemie ein Umdenken bei den Menschen in diesem Bereich verursacht? Wir haben auf der Strasse nachgefragt.
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Quelle: PilatusToday/Andreas Wolf

Wie konsequent bleiben die Menschen künftig zu Hause, wenn sie Grippesymptome oder Ähnliches haben? Markus aus Rothenburg bleibt künftig daheim: «Man hat sich auch an das Homeoffice gewöhnt. Deswegen ist das kein Problem mehr.» Ähnlich sieht es auch Lutz aus Stuttgart. Früher wäre er trotz Grippe zur Arbeit gegangen. «Heute würde ich zu Hause bleiben, da die zwingende Anwesenheit im Büro nicht mehr erforderlich ist.» Auch er erwähnt in diesem Zusammenhang das Homeoffice. Wie PilatusToday bereits berichtete, setzen Zentralschweizer Firmen in Zukunft weiter auf das Homeoffice. Dies sollte also kein grosses Problem für Personen sein, die im Büro arbeiten.

Wegfallen von Isolationspflicht ein Problem für Hausärzte?

An der gestrigen Medienkonferenz des Bundesrates wurde unter anderem die Isolationspflicht aufgehoben. Es gilt die Eigenverantwortung. «Solange Symptome da sind, gehört man weder an eine Schule noch an den Arbeitsplatz noch an die Öffentlichkeit», sagt Patrick Mathys, Leiter der Sektion Krisenbewältigung im Bundesamt für Gesundheit.

Dass ab dem 1. April die Isolationspflicht wegfällt, könnte jedoch ein Problem werden. Oft müssen Arbeitnehmende ab dem dritten Krankheitstag nämlich ein Arztzeugnis vorweisen. Hausärzte hoffen nun, dass sich Arbeitgeber kulant zeigen, wie die Luzerner Zeitung berichtete. Andernfalls könnten die Ärzte überrannt werden.

Kulanz bei Arbeitgeber gefragt

Auch der Schweizerische Arbeitgeberverband SAV ruft die Arbeitgeber auf, dass man bei den Arztzeugnissen eine gewisse Kulanz zeigen soll. «So könnte beispielsweise in der anstehenden Übergangsphase und solange sich die Ansteckungszahlen noch auf einem relativ hohen Niveau bewegen, das Vorzeigen eines positiven Testresultats als Alternative zum Arztzeugnis fungieren», so Ursula Gasser vom SAV. Solche Lösungen, welche auf Eigenverantwortung und Vertrauen basieren, würden heute schon in vielen Betrieben gelebt. Dies würde auch helfen, die jetzige Situation bei den Ärzten zu entlasten. Eine Ausnahme sind diese Fälle, bei denen ein Arztzeugnis die Voraussetzung ist, damit die Krankentaggelder ausgezahlt werden.

(mja)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 31. März 2022 16:38
aktualisiert: 31. März 2022 18:21
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