Stadt Luzern

TCS: «Fast jeder zweite Parkplatz könnte verloren gehen»

Marcel Jambé, 20. Mai 2020, 08:31 Uhr
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Quelle: PilatusToday

Am Dienstag hat die Stadt Luzern ein Konzept zur optimalen Parkplatznutzung in der Stadt vorgestellt. Der TCS kritisiert das Vorhaben der Stadt.

Jeder, der schon einmal mit dem Auto in die Stadt Luzern gefahren ist, kennt das Problem: Man sucht ewig nach einem Parkplatz. Dies soll sich demnächst ändern. Denn die Stadt Luzern hat am Dienstag ein mögliches Konzept zur optimalen Parkplatznutzung vorgestellt. 

Dieses sieht unter anderem folgendes vor: Mehr Kurzzeitparkplätze fürs Gewerbe, weniger Strassenparkplätze für Anwohnerinnen und Anwohner, höhere Parkgebühren, ein strikteres Regime in der Altstadt sowie Massnahmen, die dafür sorgen, dass auf privatem Grund weniger Parkplätze gebaut und diese gemäss ihrem Zweck genutzt werden (wir berichteten).

Das Konzept sieht vor, dass in der Innenstadt maximal eine Stunde parkiert werden darf. So will man dafür sorgen, dass die Leute vermehrt ins Parkhaus ausweichen. Der Vorstoss kommt aber nicht bei allen gut an.

TCS gefällt dies nicht

Überhaupt nicht zufrieden ist der Touringclub Schweiz TCS. Geschäftsführer der TCS-Sektion Waldstätte Alexander Stadelmann findet die Strategie problematisch: «Die Stadt Luzern baut flächendeckend massiv viele Parkplätze ab, reduziert die durchschnittliche Parkzeit von 90 auf 30 Minuten und verdoppelt die Parkgebühren. Insbesondere für die Bewohner des Bruchquartiers ist das eine Katastrophe. Dabei könnte fast jeder zweite Parkplatz verloren gehen.»

Quartierverein findet Vorstoss vertretbar

Die Parkplätze der Innenstadt sollen vermehrt den Kunden der Geschäfte zur Verfügung gestellt werden. Somit wird es künftig weniger Anwohnerparkkarten für Strassenparkplätze geben. Damit diese künftig wieder vermehrt gemäss ihrem Zweck genutzt werden, müssen Anwohnerinnen und Anwohner beim Bezug einer Dauerparkarte neu den Nachweis erbringen, dass kein privater Parkplatz beim Vermieter zur Verfügung steht.

Im Quartier Hirschmatt-Neustadt sind bis zu 70 Prozent der Parkplätze durch Anwohner dauerhaft belegt. Der Entscheid ist aus Sicht des Quartiervereins vertretbar. Zwar könne dieser für gewisse Anwohner sicher schmerzhaft sein, wenn die Parkplätze fehlen würden, meint der Co-Präsident des Quartiervereins Hirschmatt-Neustadt Markus Schulthess. «Aber viele Bewohner im Quartier besitzen heute gar kein Auto, sondern setzen heute auf Car Sharing." Sie würden Mobilität als Dienstleistung nutzen und die Verkehrsmittel situationsbedingt wählen. Grundsätzlich sei man mit dem Vorstoss einverstanden.

Jedoch findet Schulthess sonderbar, dass die Parkkarten im ganzen Stadtgebiet gleich viel kosten. «Die Wohnungen sind preislich ja auch nicht in allen Quartieren der Stadt Luzern gleich teuer.» Zudem würde sich Schulthess wünschen, dass die Stadt viel mehr Platz für Car-Sharing-Anbieter zur Verfügung stellen würde.

Am 24. September 2020 wird das Stadtparlament über die von der Stadtregierung vorgeschlagenen Reglementsanpassungen entscheiden sowie für die Anschaffung von 230 neuen Parkuhren für 1,6 Millionen Franken.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 19. Mai 2020 18:50
aktualisiert: 20. Mai 2020 08:31